Als etablierter Praxisinhaber hat man eine stabile Praxis aufgebaut, aber das Honorarsystem der Kassenärztlichen Vereinigung bietet deutlich mehr Optimierungsspielraum, als viele Ärzte ausschöpfen. Mit gezielten Maßnahmen lassen sich ohne Mehrarbeit relevante Erlössteigerungen erzielen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die korrekte Kodierung von Diagnosen und Leistungen nach EBM ist die wichtigste Grundlage für eine vollständige Honorarabrechnung
  • Selektivverträge und Hausarztverträge bieten in vielen Regionen Zusatzvergütungen von zehn bis zwanzig Prozent auf das GKV-Honorar
  • Eine regelmäßige Abrechnungsanalyse deckt systematisch nicht abgerechnete Leistungen auf

Honorar-Optimierung in der Phase als etablierter Praxisinhaber

Etablierte Praxisinhaber kennen ihren EBM und ihre Abrechnungsroutinen gut, aber gerade diese Routine führt dazu, dass aktuelle Neuerungen übersehen werden. Die Kassenärztliche Vereinigung aktualisiert den EBM regelmäßig, und neue Ziffern oder veränderte Bewertungen können die Praxiseinnahmen erheblich beeinflussen. Eine jährliche Abrechnungsanalyse durch einen Praxisberater kostet zwischen 500 und 2.000 Euro, kann aber systematisch nicht genutzte Leistungspositionen in vierstelliger Höhe aufdecken.

Selektivverträge nach § 73b und § 73c SGB V bieten für Hausärzte und bestimmte Fachgebiete Zusatzhonorare, die außerhalb des regulären KV-Budgets liegen. In Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg erzielen Hausärzte in Hausarztverträgen durchschnittlich 15 bis 20 Prozent mehr Honorar pro Quartal als im Kollektivvertrag. Die Teilnahme an Disease-Management-Programmen und strukturierten Behandlungsprogrammen bringt ebenfalls Zusatzvergütungen.

Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten

Neben der Abrechnungsoptimierung ist auch der IGeL-Bereich für niedergelassene Ärzte ein Erlöspotenzial, sofern er transparent und patientenorientiert eingesetzt wird. Ärzteversichert empfiehlt, die Honoraroptimierung stets im Kontext der Praxisphilosophie und der lokalen Wettbewerbssituation zu betrachten. Zu aggressive IGeL-Empfehlungen schaden dem Praxisruf und führen langfristig zu Patientenverlusten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Delegieren der Abrechnung an Mitarbeiterinnen, ohne regelmäßige eigene Kontrolle. Falsch kodierte Diagnosen oder vergessene Leistungsziffern summieren sich über ein Quartal zu erheblichen Beträgen. Ein weiterer Fehler ist das Versäumen der Teilnahme an lukrativen Selektivverträgen, weil der bürokratische Aufwand für die Anmeldung gescheut wird.

Fazit

Honoraroptimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine kontinuierliche Aufgabe, die für etablierte Praxisinhaber fünf bis fünfzehn Prozent mehr Erlös ohne Mehrbelastung bringen kann. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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