Die Phase nach der Facharztprüfung ist oft der erste Moment, in dem das Einkommen ausreicht, um neben dem laufenden Leben auch Vermögen aufzubauen. Immobilien gelten unter Ärzten als klassischer Vermögensbaustein, doch der Einstieg will wohlüberlegt sein.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Eigenkapitaleinsatz sollte mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus alle Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler: zusammen 10 bis 15 Prozent) betragen.
- Vermietete Immobilien bieten AfA-Abschreibungen von 2 bis 3 Prozent jährlich auf den Gebäudewert und reduzieren damit das zu versteuernde Einkommen.
- Eine Tilgungsrate von mindestens 2 Prozent jährlich sichert eine realistische Entschuldungsdauer vor dem Renteneintritt.
Immobilieninvestment in der Phase Facharzt
Fachärzte mit einem Bruttoeinkommen von 8.000 bis 12.000 Euro monatlich erfüllen häufig die Bonität für Bankfinanzierungen von 300.000 bis 600.000 Euro. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro für eine Eigentumswohnung in einer Mittelstadt entstehen Erwerbsnebenkosten von rund 50.000 bis 60.000 Euro, sodass ein Eigenkapitaleinsatz von 130.000 bis 140.000 Euro sinnvoll ist. Bei einem Darlehen von 270.000 Euro und 4 Prozent Zinsen beträgt die Jahreszinslast 10.800 Euro, die als Werbungskosten bei vermieteten Objekten vollständig absetzbar ist.
Die Mietrendite (Nettomietrendite nach Verwaltungskosten und Instandhaltungsrücklagen) liegt in deutschen Großstädten aktuell bei 2 bis 4 Prozent. In ländlichen Regionen oder mittelgroßen Städten sind 4 bis 6 Prozent erreichbar, allerdings bei höherem Leerstandsrisiko. Die Entscheidung für oder gegen eine Investitionsregion sollte demografische Entwicklung und wirtschaftliche Stärke des Standorts berücksichtigen.
Fachärzte sollten bedenken, dass Immobilien kapitalintensiv und wenig liquide sind. Wer gleichzeitig über eine zukünftige Praxisgründung nachdenkt, sollte die damit verbundenen Finanzierungsbedarfe einplanen und nicht das gesamte Eigenkapital in Immobilien binden.
Worauf Fachärzte besonders achten sollten
Neben der Finanzierungsstruktur ist die Wahl zwischen privatem und betrieblichem Immobilienbesitz eine weichenstellende Entscheidung. Ärzteversichert empfiehlt, im Zusammenhang mit Immobilieninvestitionen auch den Versicherungsschutz zu überprüfen: Eine Vermieter-Haftpflichtversicherung und eine Gebäudeversicherung sind für jeden Vermieter obligatorisch.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein klassischer Fehler ist die Unterschätzung der Bewirtschaftungskosten: Viele Erstinvestoren kalkulieren nur Zinsen und Tilgung, vergessen aber Instandhaltungsrücklagen (1 bis 2 Prozent des Gebäudewertes jährlich) und Verwaltungskosten. Ein zweiter Fehler ist zu hohe Fremdfinanzierung: Bei stark steigenden Zinsen kann eine hohe Tilgungsbelastung die monatliche Liquidität gefährden.
Fazit
Immobilieninvestments können für Fachärzte ein solider Baustein der Altersvorsorge sein, sofern die Finanzierung konservativ strukturiert und die laufenden Kosten realistisch eingeplant werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen – Immobilien und Steuern
- Gesetze im Internet – EStG §21
- GDV – Wohngebäudeversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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