Der Niederlassungsstart ist eine Phase erheblicher finanzieller Verpflichtungen. Praxisfinanzierung, Bürgschaften und Anlaufkosten binden Kapital und Kreditrahmen. Gleichzeitig ist die Niederlassung ein guter Zeitpunkt, um eine Praxisimmobilie zu erwerben oder in Wohnimmobilien zu investieren, wenn die Liquidität es erlaubt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisimmobilien-Kauf bietet Steuervorteile, aber erhöhte Kapitalbindung
  • Eigennutz versus Kapitalanlage sorgfältig abwägen
  • Nicht zu viel Kapital gleichzeitig in Praxisgründung und Immobilien binden

Immobilieninvestment in der Phase Niederlassungsstart

Zum Niederlassungsstart ist die Kapitalbindung bereits erheblich: Praxisausstattung, Umbaumaßnahmen und Anlaufverluste in den ersten Monaten belasten die Liquidität. Ein gleichzeitiges Immobilieninvestment ist deshalb nur sinnvoll, wenn ausreichend Eigenkapital und Kreditrahmen vorhanden sind, ohne die Praxisfinanzierung zu gefährden.

Eine häufig diskutierte Option ist der Kauf der Praxisräumlichkeiten statt der Anmietung. Eigentum an der Praxisimmobilie bietet langfristige Mietkostenunabhängigkeit und steuerliche Abschreibungsvorteile. Die monatliche AfA von 2 bis 3 Prozent des Gebäudewerts reduziert die steuerliche Belastung aus Praxiseinnahmen. Bei einem Praxisgebäudewert von 400.000 Euro sind das 8.000 bis 12.000 Euro jährlich absetzbar.

Für Kapitalanlage-Immobilien gilt: Zum Niederlassungsstart sollte die Praxisfinanzierung gesichert und die Liquiditätsreserve ausreichend sein, bevor in Wohnimmobilien investiert wird. Erst wenn die Praxis stabile Einnahmen generiert, typischerweise nach ein bis zwei Jahren, ist eine zusätzliche Immobilienlast vertretbar. Förderungen für Eigentümer in strukturschwachen Regionen können den Einstieg erleichtern.

Worauf Ärzte beim Niederlassungsstart besonders achten sollten

Ärzte beim Niederlassungsstart sollten Immobilieninvestitionen nicht auf Kosten der Praxisliquidität tätigen. Ärzteversichert empfiehlt für Immobilien eine separate Risikolebensversicherung, die im Todesfall die Hypothek tilgt, ohne dass die Praxis oder die Familie belastet werden.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind eine zu hohe Gesamtverschuldung durch simultane Praxis- und Immobilienfinanzierung sowie der Kauf einer Praxisimmobilie ohne Rücksicht auf die Praxisgröße und künftige Expansionspläne.

Fazit

Immobilieninvestment zum Niederlassungsstart ist möglich, erfordert aber eine realistische Kapitalplanung und ausreichende Liquidität. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →