Mit der Praxisabgabe fließt oft erhebliches Kapital zu, das sinnvoll angelegt werden muss. Immobilien gelten als bewährte Altersvorsorge, doch im Ruhestand ändern sich die Anforderungen an Liquidität, Verwaltungsaufwand und Rendite.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Praxisverkaufserlös sollte auf mehrere Anlageformen verteilt werden, Immobilien sollten nicht das gesamte Kapital binden.
- Im Ruhestand sind Liquidität und geringer Verwaltungsaufwand wichtiger als maximale Rendite.
- Die Spekulationsfrist bei Immobilien beträgt 10 Jahre: Objekte, die kürzer als 10 Jahre gehalten wurden, unterliegen beim Verkauf der Einkommensteuer.
Immobilieninvestment in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand
Mit der Praxisabgabe steht für viele Ärzte ein Einmalbetrag von 200.000 bis über 1 Million Euro zur Verfügung. Eine häufige Überlegung ist das Immobilieninvestment als sichere Anlageform. Dies ist grundsätzlich sinnvoll, aber im Ruhestand gelten andere Maßstäbe als in der Aufbauphase.
Wer im Ruhestand neu in Immobilien investiert, sollte auf Verwaltungsaufwand achten: Mietersuche, Instandhaltung und Kommunikation mit Mietern können zeitintensiv sein. Alternativ bieten Immobilienfonds oder Real Estate Investment Trusts (REITs) eine immobilienähnliche Rendite ohne operativen Aufwand, allerdings mit Marktwertschwankungen.
Wenn bereits Immobilien im Portfolio sind, lohnt eine Prüfung der Haltefristen: Objekte, die mehr als 10 Jahre gehalten wurden, können steuerfrei verkauft werden. Dies eröffnet Möglichkeiten zur Portfolioumschichtung, um Kapital in liquidere Anlageformen zu transferieren, ohne Steuern zu zahlen.
Worauf Ärzte in der Phase Praxisabgabe besonders achten sollten
Die Anlageentscheidung nach der Praxisabgabe sollte im Gesamtkontext der Ruhestandsplanung getroffen werden: Welche monatliche Rente fließt aus dem Versorgungswerk? Wie hoch ist der Lebensunterhalt? Reicht die laufende Rendite aus Immobilien, ohne Kapital aufzuzehren? Ärzteversichert empfiehlt eine Gesamtvermögensberatung, die alle Einkommensquellen im Ruhestand zusammenführt.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein verbreiteter Fehler ist die Konzentration des gesamten Praxisverkaufserlöses in einer einzigen Immobilie, was ein erhebliches Klumpenrisiko darstellt. Ein zweiter Fehler ist die Unterschätzung der Steuerfolgen beim Verkauf von Immobilien, die kürzer als 10 Jahre gehalten wurden.
Fazit
Immobilien können im Ruhestand ein stabiler Einkommensbaustein sein, sollten aber mit anderen Anlageformen kombiniert und auf Verwaltbarkeit und Liquidität hin optimiert werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen – Veräußerungsgewinne
- Gesetze im Internet – EStG §23
- BaFin – Immobilienfonds
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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