Die Elternzeit ist für viele Ärzte die erste Phase, in der mehr Zeit zum Nachdenken über die eigene Finanzplanung bleibt. Gleichzeitig sinkt das Einkommen, was eine bewusste Kapitalanlage umso wichtiger macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Elterngeld beträgt maximal 1.800 Euro monatlich (Basiselterngeld) und ersetzt 67 Prozent des Nettoeinkommens
- In der Elternzeit können bestehende Sparpläne oft kostengünstig fortgeführt oder pausiert werden
- Kapitalanlage während der Elternzeit sollte auf langfristige Ziele ausgerichtet sein
Kapitalanlage in der Phase Elternzeit
Ärzte, die in Elternzeit gehen, erfahren oft einen deutlichen Einkommensrückgang. Das Basiselterngeld ist auf 1.800 Euro pro Monat gedeckelt, was für Ärzte mit höherem Nettoeinkommen eine spürbare Lücke bedeutet. Das ElterngeldPlus, das bis zu 28 Monate ausgezahlt werden kann, bietet mehr Flexibilität, fällt aber mit maximal 900 Euro monatlich noch niedriger aus.
Trotz des reduzierten Einkommens bietet die Elternzeit gute Möglichkeiten für die Kapitalanlage. Wer vor der Elternzeit bereits einen ETF-Sparplan betrieben hat, kann diesen oft mit einem geringeren Monatsbetrag von beispielsweise 100 bis 200 Euro weiterführen, ohne ihn ganz zu unterbrechen. Der Zinseszinseffekt belohnt Kontinuität: Selbst kleine Beträge, die über Jahrzehnte angelegt werden, wachsen erheblich.
Darüber hinaus können Eltern während der Elternzeit Steuervorteile nutzen. Wer keine oder nur geringe Einkünfte erzielt, kann unter Umständen Kapitalerträge steuerlich günstiger realisieren, da der persönliche Steuersatz sinkt. Dies sollte jedoch in Abstimmung mit einem Steuerberater geprüft werden.
Worauf Ärzte in Elternzeit besonders achten sollten
In der Elternzeit besteht die Gefahr, laufende Versicherungsbeiträge und Sparverträge unkritisch weiterzuführen, obwohl das Budget erheblich kleiner ist. Ärzteversichert empfiehlt, vor Beginn der Elternzeit alle Verträge auf ihren aktuellen Bedarf zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen, damit keine unnötigen Kosten entstehen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Häufig werden bestehende Kapitalanlagen in der Elternzeit vollständig eingefroren, statt sie an das reduzierte Budget anzupassen. Ebenso verbreitet ist es, in der vermeintlich ruhigen Phase der Elternzeit in kurzfristig spekulative Anlagen zu investieren, die langfristigen Vermögensaufbau gefährden.
Fazit
Die Elternzeit ist kein Grund, mit der Kapitalanlage aufzuhören, sondern ein Anlass, die eigene Strategie zu überdenken und flexibel anzupassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Familie – Elterngeldrechner
- Bundesministerium der Finanzen – Steuerliche Informationen
- GDV – Kapitalanlage und Vorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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