Im Praktischen Jahr sind die finanziellen Spielräume begrenzt, aber das macht frühe Kapitalanlage keineswegs sinnlos. Im Gegenteil: Je früher mit dem Investieren begonnen wird, desto länger arbeitet der Zinseszinseffekt. Bereits im PJ mit kleinen Beträgen anzufangen, ist klüger als zu warten, bis das Assistenzarzteinkommen fließt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frühes Investieren schlägt spätes Investieren mit höheren Beträgen durch den Zinseszinseffekt
  • ETF-Sparplan mit 25 bis 50 Euro monatlich ist im PJ machbar und sinnvoll
  • Steuerlich gilt ab dem ersten Euro Kapitalertrag der Freistellungsauftrag

Kapitalanlage in der Phase Praktisches Jahr

Im PJ erhalten Studierende je nach Klinik keine oder eine Aufwandsentschädigung von 400 bis 1.300 Euro monatlich. Selbst bei kleinen Beträgen ist die Einrichtung eines ETF-Sparplans empfehlenswert. Wer mit 26 Jahren 50 Euro monatlich in einen globalen Aktienindex investiert und dies über 35 Jahre beibehält, erzielt bei einer Rendite von 6 Prozent jährlich ein Endvermögen von ca. 65.000 Euro aus nur 21.000 Euro eingezahlten Beiträgen.

Das Wichtigste im PJ ist nicht die Höhe der Anlage, sondern der Start. Ein Depot bei einer Direktbank kostet keine Depotgebühren, und viele Anbieter ermöglichen ETF-Sparpläne ab 25 Euro monatlich. Geeignet sind breit diversifizierte Indexfonds wie MSCI World ETFs mit einer Gesamtkostenquote unter 0,25 Prozent. Auf thesaurierende Varianten, die Dividenden reinvestieren, achten.

Ein häufig übersehener Aspekt ist der Freistellungsauftrag: Für Kapitalerträge bis 1.000 Euro jährlich (2.000 Euro bei Ehepaaren) ist keine Kapitalertragsteuer fällig. Im PJ mit geringem Depot sind in der Regel keine Steuern zu zahlen, aber der Freistellungsauftrag sollte dennoch eingerichtet werden.

Worauf Praktische-Jahr-Studierende besonders achten sollten

PJler sollten neben der Kapitalanlage eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, solange sie jung und gesund sind. Der Beitrag ist in jungen Jahren am günstigsten. Ärzteversichert hilft dabei, bereits im PJ die richtige BU-Police zu finden und das Investieren auf solide Beine zu stellen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein typischer Fehler ist das Warten auf ein "richtiges" Einkommen. Wer im PJ nicht beginnt, verliert wertvolle Jahre des Zinseszinseffekts. Ein weiterer Fehler ist das Anlegen in Einzelaktien ohne ausreichende Diversifikation.

Fazit

Kapitalanlage im PJ ist der erste Schritt zu finanzieller Unabhängigkeit. Klein anfangen ist besser als nicht anfangen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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