Der Praxisabgabeerlös ist für viele Ärzte das größte einmalige Kapital, das sie jemals erhalten. Die Entscheidung, wie dieses Kapital angelegt wird, prägt das Ruhestandseinkommen für Jahrzehnte. Eine durchdachte Anlagestrategie verbindet Sicherheit, Ertrag und Flexibilität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisabgabeerlös von 100.000 bis 500.000 Euro muss langfristig und steueroptimiert angelegt werden
  • Keine Einmalanlage in riskante Produkte, sondern diversifizierte Verteilung
  • Beratung durch einen unabhängigen Finanzberater vor Anlageentscheidung

Kapitalanlage in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand

Nach Steuern und Abzug von Verbindlichkeiten bleibt bei einer Praxisabgabe für einen allgemeinärztlichen Praxisinhaber in der Regel 80.000 bis 300.000 Euro freies Kapital. Dieser Betrag sollte nicht auf einem Girokonto geparkt, sondern strukturiert angelegt werden.

Für Ärzte, die 60 bis 65 Jahre alt sind und noch 20 bis 30 Jahre Ruhestand vor sich haben, ist eine rein defensive Anlage in Anleihen oder Festgeld zu kurz gedacht. Eine Mischstrategie mit 40 bis 60 Prozent Aktienanteil (über diversifizierte ETFs) und 40 bis 60 Prozent stabilen Anlagen (Anleihen, Festgeld, Immobilien) bietet langfristig bessere Renditen bei vertretbarem Risiko. Das sogenannte Entnahmeportfolio, das jährlich 3 bis 4 Prozent des Kapitals entnimmt, reicht bei ausreichender Kapitalanlage über Jahrzehnte.

Steuerlich ist bei einer Einmalanlage nach Praxisabgabe zu beachten, dass Kapitalerträge mit 25 Prozent Abgeltungsteuer besteuert werden. Thesaurierende ETFs sind steuervorteilhafter als ausschüttende, da die Steuer auf Dividenden erst bei Verkauf anfällt. Eine Steueroptimierung durch Streckung von Veräußerungsgewinnen über mehrere Jahre kann weitere Vorteile bieten.

Worauf Ärzte bei der Praxisabgabe und im Ruhestand besonders achten sollten

Ärzte sollten den Praxisabgabeerlös nicht ohne professionelle Beratung anlegen. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur Kapitalanlage die laufenden Versicherungsverträge auf Ruhestandstauglichkeit zu prüfen und z. B. die Krankentagegeldversicherung anzupassen oder zu kündigen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind die Anlage in komplexe, intransparente Produkte, eine zu hohe Kassenquote und das Vernachlässigen der Inflation, die den realen Wert des Vermögens im Ruhestand reduziert.

Fazit

Eine durchdachte Kapitalanlage nach der Praxisabgabe sichert das Ruhestandseinkommen für Jahrzehnte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →