Als angestellter Oberarzt genießt man gesetzlichen Schutz: Bei Erkrankung zahlt der Arbeitgeber bis zu 6 Wochen das volle Gehalt (Lohnfortzahlung), danach greift das Krankengeld der Krankenversicherung. Dennoch gibt es Lücken, die durch ein privates Krankentagegeld geschlossen werden sollten.
Das Wichtigste in Kürze
- Angestellte Oberärzte erhalten bis zu 6 Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, danach maximal 78 Wochen Krankengeld in Höhe von etwa 70 Prozent des Bruttogehalts, maximal 120,75 Euro täglich (2026).
- Bei einem Oberarztgehalt von 8.000 Euro brutto monatlich liegt das Krankengeld nach 6 Wochen bei etwa 2.500 bis 3.000 Euro netto monatlich, was erheblich unter dem Nettogehalt liegt.
- Chefärzte und Ärzte in der PKV können das Krankentagegeld an ihr tatsächliches Einkommensniveau anpassen.
Krankentagegeld in der Phase Oberarzt
Das gesetzliche Krankengeld ist für Ärzte mit höherem Einkommen systematisch unzureichend: Die Beitragsbemessungsgrenze in der GKV begrenzt das Krankengeld auf maximal 120,75 Euro täglich (2026), was einem Monatsgehalt von etwa 3.675 Euro entspricht. Ein Oberarzt mit 8.000 Euro Bruttogehalt und 5.500 Euro Netto verliert nach 6 Wochen Lohnfortzahlung rund 2.000 Euro netto monatlich.
Oberärzte in der PKV haben mehr Gestaltungsmöglichkeiten: Ein privates Krankentagegeld kann exakt auf das Nettoeinkommen angepasst werden. Typischerweise wählt man eine Karenzzeit von 43 Tagen (nach Ende der Lohnfortzahlung), ab der das Krankentagegeld gezahlt wird. Die Prämie für ein Krankentagegeld von 150 Euro täglich (4.500 Euro monatlich) ab dem 43. Tag liegt für einen 40-jährigen Oberarzt bei etwa 50 bis 100 Euro monatlich.
Wer in der GKV krankenversichert ist, sollte prüfen, ob ein freiwilliges GKV-Krankengeld (Wahltarif) oder ein ergänzendes privates Krankentagegeld sinnvoll ist. Letzteres kann die Krankengeldlücke schließen und ist auch für GKV-Versicherte abschließbar.
Worauf Oberärzte besonders achten sollten
Das Krankentagegeld sollte regelmäßig an Gehaltserhöhungen angepasst werden. Wer eine neue Stelle mit höherem Gehalt antritt, sollte die Versicherungssumme entsprechend erhöhen. Ärzteversichert berät Oberärzte dabei, die richtige Kombination aus Lohnfortzahlung, Krankengeld und privatem Krankentagegeld zu finden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Krankengeldlücke: Viele Oberärzte gehen davon aus, dass das gesetzliche Krankengeld ausreicht, und werden bei längerem Ausfall von der Lücke überrascht. Ein zweiter Fehler ist das Vergessen der Anpassung nach einer Gehaltserhöhung.
Fazit
Das Krankentagegeld ist für Oberärzte wichtig, da das gesetzliche Krankengeld das tatsächliche Einkommensniveau nicht abbildet. Eine ergänzende Police schließt diese Lücke zu verhältnismäßig geringen Kosten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Krankentagegeldversicherung
- BaFin – Krankenversicherung
- Gesetze im Internet – SGB V §44 Krankengeld
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →