Mit der Praxisabgabe oder dem Ruhestandseintritt ändert sich der Bedarf an einem Krankentagegeld grundlegend. Was als aktiver Arzt unverzichtbar war, kann in dieser Phase überprüft, angepasst oder beendet werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Ruhestand entfällt das Einkommensrisiko durch Krankheit, da Versorgungsrente und eventuelle weitere Renteneinkommen unabhängig vom Gesundheitszustand fließen.
  • Bis zur vollständigen Praxisabgabe bleibt der Krankentagegeldschutz relevant, da Praxiseinkünfte bei längerer Arbeitsunfähigkeit ausfallen.
  • Bestehende Krankentagegeld-Verträge können nach Renteneintritt oft beitragsfrei gestellt oder auf günstigere Tarife umgestellt werden.

Krankentagegeld in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand

Das Krankentagegeld für niedergelassene Ärzte dient dazu, den Praxisausfall bei längerer Erkrankung zu kompensieren. Während der Übergabephase der Praxis, also wenn noch Einnahmen aus der Praxis fließen und laufende Kosten gedeckt werden müssen, ist dieser Schutz weiterhin wichtig.

Sobald die Praxis übergeben ist und der Arzt ausschließlich von Versorgungswerksrente, möglicher gesetzlicher Rente und Kapitalerträgen lebt, wird der Krankentagegeldschutz überflüssig: Diese Einkommensquellen sind nicht krankheitsabhängig. Das monatliche Einsparpotenzial durch Kündigung des Krankentagegeldes beträgt je nach Versicherungssumme und Anbieter 100 bis 400 Euro.

Wer während der Übergangsphase noch Einnahmen als Gutachter, Honorararzt oder beratender Mediziner erzielt, sollte den Krankentagegeldschutz auf diese Einkommensart anpassen, statt ihn vollständig zu kündigen.

Worauf Ärzte in der Phase Praxisabgabe besonders achten sollten

Der Übergang in den Ruhestand sollte als Anlass für eine vollständige Versicherungsinventarisierung genutzt werden. Ärzteversichert empfiehlt, alle bestehenden Verträge auf Aktualität und Relevanz zu prüfen und nicht mehr benötigte Versicherungen zu kündigen oder anzupassen, um die monatliche Kostenbelastung zu reduzieren. Besonders das Krankentagegeld ist ein häufig übersehener Einsparpunkt.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist das Weiterführen eines hohen Krankentagegeldes nach Renteneintritt, weil die Kündigung nie angegangen wurde. Ein zweiter Fehler ist die vorzeitige Kündigung während der Übergabephase, in der noch Praxiseinkünfte erzielt werden, was im Krankheitsfall zu einem unversicherten Zeitraum führt.

Fazit

Das Krankentagegeld gehört in der Ruhestandsphase auf den Prüfstand. Wer nicht mehr benötigte Beiträge einspart, hat mehr Budget für sinnvollere Ausgaben im Ruhestand. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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