Eine Kreditaufnahme in der Elternzeit ist grundsätzlich möglich, aber Banken bewerten Einkommen aus Elterngeld anders als Arbeitseinkommen. Wer in dieser Phase eine Immobilienfinanzierung oder einen größeren Kredit plant, muss mit anderen Konditionen rechnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Elterngeld wird von den meisten Banken nicht als dauerhaftes Einkommen für die Kreditprüfung anerkannt
- Eine Kreditaufnahme kurz vor Beginn der Elternzeit, wenn noch das volle Gehalt fließt, ist einfacher
- Laufende Kredite können in der Elternzeit in der Regel durch Tilgungsaussetzung oder Ratenpause entlastet werden
Kreditaufnahme in der Phase Elternzeit
Banken prüfen bei der Kreditvergabe die Bonität auf Basis des dauerhaft verfügbaren Einkommens. Elterngeld ist zeitlich begrenzt und wird deshalb von vielen Banken bei der Kreditwürdigkeitsprüfung nicht oder nur eingeschränkt angerechnet. Das bedeutet: Wer in der Elternzeit einen Immobilienkredit aufnehmen möchte, muss entweder auf das Einkommen des Partners verweisen, der weiter arbeitet, oder die Kreditaufnahme auf die Zeit nach dem Wiedereinstieg verschieben.
Ein bereits laufender Immobilienkredit kann in der Elternzeit oft durch eine Tilgungsaussetzung entlastet werden. Die meisten Banken bieten für bis zu zwölf Monate die Möglichkeit an, die Tilgung auszusetzen und nur die Zinsen zu zahlen. Das reduziert die monatliche Belastung erheblich, verlängert aber die Gesamtlaufzeit und erhöht die Gesamtzinskosten.
Für kleinere Konsumkredite gelten ähnliche Maßstäbe. Wer in der Elternzeit einen Autokredit oder einen Einrichtungskredit aufnehmen möchte, wird von vielen Banken abgelehnt, wenn das Elterngeld das einzige Einkommen ist.
Worauf Ärzte in der Elternzeit besonders achten sollten
Wer einen größeren Kauf plant, sollte diesen wenn möglich noch vor Beginn der Elternzeit abschließen. Das volle Arztgehalt erhöht die Kreditwürdigkeit erheblich. Ärzteversichert empfiehlt in diesem Zusammenhang auch eine Überprüfung der laufenden Kreditkonditionen, da eine Umschuldung mit besserem Zinssatz in einkommensstärkeren Phasen sinnvoll sein kann.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Unterschätzen der Liquiditätsbelastung durch laufende Kreditraten in der Elternzeit. Wer einen Kredit mit 1.500 Euro monatlicher Rate hat und nur 1.800 Euro Elterngeld erhält, hat wenig finanziellen Spielraum für alle anderen Ausgaben.
Ebenfalls problematisch: das Aufnehmen eines Darlehens ohne Beratung über die SCHUFA-Auswirkungen. Mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit senken die SCHUFA-Score, was spätere Finanzierungen erschwert.
Fazit
Kreditaufnahme in der Elternzeit erfordert vorausschauende Planung. Wer die Weichen vor Beginn der Elternzeit richtig stellt, vermeidet finanzielle Engpässe. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Familie – Elterngeld und Einkommen
- Bundesfinanzministerium – Kreditvergabe und Bonität
- GKV-Spitzenverband – Einkommensnachweis bei Sozialleistungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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