Auch wenn eine eigene MVZ-Gründung für Assistenzärzte noch weit entfernt scheint, ist es sinnvoll, frühzeitig ein Verständnis für diese Praxisform zu entwickeln. Wer die Strukturen kennt, trifft später bessere Entscheidungen bei der Wahl des Niederlassungsmodells.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein MVZ erfordert als Träger eine juristische Person (GmbH, gGmbH, KG) oder ein Krankenhaus, eine Einzelperson als Assistenzarzt kann nicht direkt gründen.
- Die Weiterbildungszeit als Assistenzarzt ist die ideale Phase, um Netzwerke aufzubauen, die für eine spätere MVZ-Beteiligung als Gesellschafter relevant sind.
- Finanzielle Rücklagen aus der Assistenzarztzeit sind eine wichtige Grundlage für eine spätere Beteiligung an einem MVZ.
MVZ-Gründung in der Phase Assistenzarzt
Als Assistenzarzt kann man zwar nicht direkt ein MVZ gründen, aber in dieser Phase werden wichtige Weichen gestellt. Wer in einer spezialisierten Weiterbildung ist und eine bestimmte Region als zukünftigen Niederlassungsort im Blick hat, sollte die lokale Versorgungsstruktur und bestehende MVZ analysieren: Gibt es Partnerschaftsmöglichkeiten? Welche Fachrichtungen fehlen? In welchem Verhältnis steht die Bevölkerungsentwicklung zur ärztlichen Versorgung?
Die häufigste Einstiegsmöglichkeit für jüngere Ärzte ist die Beteiligung als angestellter Arzt in einem bestehenden MVZ mit Option zur späteren Gesellschafterbeteiligung. Viele MVZ suchen nach der Facharztprüfung qualifizierte Ärzte, denen sie sukzessiv Anteile übertragen. Der Kaufpreis für einen MVZ-Anteil von 25 Prozent liegt je nach Größe und Fachrichtung bei 100.000 bis 500.000 Euro.
Für Assistenzärzte mit unternehmerischen Ambitionen gilt: Jetzt ist die Zeit, betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse (Bilanz lesen, Businessplan erstellen, Finanzierung verstehen) zu erwerben, die für eine spätere Gründung oder Beteiligung unverzichtbar sind.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte, die eine MVZ-Beteiligung anstreben, sollten frühzeitig beginnen, Eigenkapital aufzubauen. Ärzteversichert empfiehlt, im Rahmen der Finanzplanung auch die versicherungsrechtlichen Anforderungen eines MVZ-Gesellschafters im Blick zu behalten: Als Geschäftsführer einer MVZ-GmbH entsteht eine persönliche Haftungsexponierung, die durch eine D&O-Versicherung abgesichert werden muss.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Überstürzen einer MVZ-Beteiligung ohne ausreichende Due Diligence: Wer einen MVZ-Anteil kauft, ohne die Finanzkennzahlen, die Vertragsstruktur mit der KV und die Haftungsrisiken vollständig zu verstehen, geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Ein zweiter Fehler ist das Unterschätzen der administrativen Belastung als MVZ-Gesellschafter.
Fazit
Die MVZ-Gründung als Assistenzarzt ist noch Zukunftsmusik, aber die Grundlagen werden jetzt gelegt: Wissen aufbauen, Netzwerke knüpfen, Kapital ansparen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – MVZ
- Gesetze im Internet – SGB V §95
- Bundesärztekammer – Niederlassung und MVZ
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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