Viele Assistenzärzte möchten ihr Gehalt durch Nebentätigkeiten aufbessern. Das ist erlaubt, aber der Arbeitgeber hat ein Recht auf Information und Genehmigung. Wer die Regeln kennt, kann Nebenverdienste rechtssicher aufbauen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nebentätigkeiten benötigen in der Regel die schriftliche Genehmigung des Arbeitgebers
  • Ein Wochenendnotarzteinsatz oder ein Honorardienst in einer anderen Klinik sind klassische Nebentätigkeiten von Assistenzärzten
  • Nebeneinkünfte sind einkommensteuerpflichtig und erhöhen den persönlichen Steuersatz

Nebentätigkeit in der Phase Assistenzarzt

Als Assistenzarzt besteht in der Regel ein Arbeitsvertrag mit einer Vollzeitstelle. Dieser enthält fast immer eine Klausel, die Nebentätigkeiten von der Genehmigung des Arbeitgebers abhängig macht. Die Genehmigung muss schriftlich erteilt werden und kann verweigert werden, wenn die Nebentätigkeit die Haupttätigkeit oder die Interessen des Krankenhauses gefährdet.

In der Praxis genehmigen die meisten Kliniken kurze Nebentätigkeiten wie Wochenendnotarztdienste, solange sie die maximale Wochenarbeitszeit nicht überschreiten. Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die Gesamtarbeitszeit auf 48 Stunden wöchentlich im Durchschnitt, wobei vorübergehend bis zu 60 Stunden möglich sind. Wer mehr Stunden arbeitet, verstößt gegen das ArbZG, was sowohl den Arbeitnehmer als auch den Arbeitgeber strafbar machen kann.

Die Nebeneinkünfte eines Assistenzarztes aus Notarztdiensten, Honorardiensten oder Gutachtertätigkeiten werden steuerlich als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit behandelt. Bei 5.000 bis 10.000 Euro Nebeneinkünften jährlich steigt die Steuerlast um 2.000 bis 4.000 Euro.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Vor Aufnahme einer Nebentätigkeit sollte immer die Haftpflichtfrage geklärt werden. Wer als Notarzt tätig ist, ist in der Regel über den Rettungsdienstträger haftpflichtversichert. Wer jedoch als Honorararzt in einer Praxis tätig ist, die keine eigene Berufshaftpflicht mitbringt, ist selbst haftbar. Ärzteversichert empfiehlt, vor jeder Nebentätigkeit den Versicherungsschutz zu prüfen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Überschreiten der genehmigten Nebentätigkeitsstunden. Wer mehr arbeitet als genehmigt, verletzt den Arbeitsvertrag und riskiert eine Abmahnung.

Ebenfalls problematisch: das Vergessen der steuerlichen Anmeldung. Wer regelmäßig Nebeneinkünfte erzielt, ohne dies beim Finanzamt zu melden, riskiert Nachzahlungen und mögliche Steuerhinterziehungsvorwürfe.

Fazit

Nebentätigkeiten als Assistenzarzt sind eine gute Möglichkeit, das Einkommen zu erhöhen und Erfahrungen zu sammeln, solange die Regeln eingehalten werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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