Das Aufwandsentgelt im PJ ist gering, und viele PJ-Studierende suchen nach Möglichkeiten, nebenbei Geld zu verdienen. Bestimmte Nebentätigkeiten sind mit dem PJ gut vereinbar, andere hingegen riskieren die Approbation oder gefährden das Bestehen des PJ-Abschnitts.
Das Wichtigste in Kürze
- PJ-Studierende dürfen Nebentätigkeiten ausüben, die keine ärztliche Approbation erfordern und die PJ-Pflichten nicht beeinträchtigen.
- Klassische Nebentätigkeiten für PJ-Studierende sind: Nachhilfe in medizinischen Fächern, wissenschaftliche Hilfskraft, medizinische Dolmetscher- oder Übersetzertätigkeiten.
- Ärztliche Tätigkeiten ohne Approbation (zum Beispiel eigenverantwortliche Behandlung von Patienten) sind im PJ verboten und können zur Exmatrikulation oder zu Strafverfolgung führen.
Nebentätigkeit in der Phase PJ
PJ-Studierende haben im PJ eine 40-Stunden-Woche und kaum freie Zeit für umfangreiche Nebentätigkeiten. Dennoch sind für viele kleine Zusatzeinkünfte wichtig. Welche Nebentätigkeiten sind realistisch?
Nachhilfe für Studierende in Vorklinik oder Klinik ist ideal: medizinisches Wissen wird direkt eingesetzt, der Zeitaufwand ist planbar, und das Einkommen liegt bei 20 bis 40 Euro pro Stunde. Wissenschaftliche Hilfskrafttätigkeiten an Universitätsinstituten bieten vertraglich geregelte Stundenbasis-Beschäftigung und interessante inhaltliche Einblicke. Medizinische Übersetzungen und Dolmetschtätigkeiten sind für mehrsprachige PJ-Studierende attraktiv.
Nicht erlaubt sind im PJ Tätigkeiten, die ärztliche Handlungen umfassen, für die eine Approbation Voraussetzung ist. PJ-Studierende sind keine Ärzte und dürfen keine eigenständigen Diagnosen stellen oder Behandlungen durchführen. Wer als nicht-approbierter "Arzt" handelt, begeht eine Straftat nach §5 HeilPrG (unbefugte Ausübung der Heilkunde).
Worauf PJ-Studierende besonders achten sollten
Nebentätigkeiten im PJ sollten so gestaltet sein, dass sie die Konzentration auf das PJ nicht beeinträchtigen. Die Bewertung im PJ fließt in das Abschlusszeugnis ein und beeinflusst spätere Bewerbungen. Ärzteversichert empfiehlt bereits im PJ, sich über die Versicherungsstruktur zu informieren, auch wenn viele Absicherungen erst nach der Approbation notwendig werden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die Übernahme von zu vielen Nebentätigkeiten, die zu Erschöpfung und schlechten PJ-Leistungen führen. Ein zweiter Fehler ist die Ausübung von Tätigkeiten an der Grenze zur Heilkunde ohne Approbation aus finanziellen Motiven.
Fazit
Nebentätigkeiten im PJ sind möglich, wenn sie klar von ärztlichen Tätigkeiten getrennt sind und die PJ-Anforderungen nicht gefährden. Realistisch sind Lehre, Wissenschaft und Übersetzung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – PJ und Approbation
- Gesetze im Internet – Heilpraktikergesetz §5
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Minijob und Nebenarbeit
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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