Der erste richtige Gehaltseinstieg als Assistenzarzt verleitet viele dazu, alle Einnahmen sofort zu investieren oder auszugeben. Ein Notgroschen als finanzielles Polster ist jedoch die wichtigste Grundlage für jede weitere Finanzplanung.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Notgroschen empfehlen Finanzexperten drei bis sechs Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto
- Assistenzärzte verdienen nach TV-Ärzte/VKA etwa 4.800 bis 5.500 Euro brutto monatlich
- Der Notgroschen sollte liquide und sicher angelegt sein, nicht in Aktien oder gebundenen Produkten
Notgroschen in der Phase Assistenzarzt
Als Assistenzarzt liegt das Bruttoeinkommen nach TV-Ärzte oder TV-Ärzte/VKA je nach Berufsjahr und Bundesland zwischen 4.800 und 5.800 Euro monatlich. Nach Abzug von Steuern, Versorgungswerk und Krankenversicherung verbleibt ein Netto von etwa 2.800 bis 3.500 Euro. Drei Netto-Monatsgehälter als Notgroschen entsprechen also rund 8.400 bis 10.500 Euro.
Dieser Betrag sollte auf einem Tagesgeldkonto liegen, das täglich verfügbar ist. Er dient als Puffer für unerwartete Ausgaben: Autoreparatur, Umzugskosten bei Stellenwechsel, Zahnarztkosten außerhalb des Kassenleistungskatalogs oder ein kurzfristiger Verdienstausfall. Ohne diesen Puffer werden kurzfristige Engpässe mit Kontokorrentkrediten überbrückt, die teuer sind und die Finanzplanung gefährden.
Der Aufbau des Notgroschens sollte Priorität vor allen anderen Sparzielen haben, auch vor der Altersvorsorge. Wer über mehrere Monate monatlich 300 bis 500 Euro zurücklegt, erreicht das Ziel innerhalb von zwei bis drei Jahren. Danach können die freigewordenen Beträge in renditestärkere Anlageformen fließen.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Ein häufiger Fehler ist es, den Notgroschen in einem schlecht verzinsten Girokonto zu parken, statt ein verzinstes Tagesgeldkonto zu nutzen. Auch sollte der Notgroschen nicht für geplante Ausgaben verwendet werden, sondern ausschließlich für echte Notfälle reserviert sein. Ärzteversichert begleitet Assistenzärzte beim strukturierten Aufbau ihrer Finanzplanung.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Assistenzärzte beginnen sofort mit dem Abschluss von Versicherungen und Sparplänen, ohne zuvor eine Liquiditätsreserve zu bilden. Im Fall einer unerwarteten Ausgabe müssen dann teure Kredite aufgenommen oder Sparverträge aufgelöst werden, was mit Verlusten verbunden sein kann.
Fazit
Der Notgroschen ist der erste Schritt jeder soliden Finanzplanung und als Assistenzarzt gut erreichbar, wenn man konsequent spart. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Berufseinstieg Ärzte
- BMAS – Arbeitnehmerrechte
- GDV – Finanzplanung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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