Mit der Facharztanerkennung steigt das Einkommen deutlich, aber in dieser Phase entstehen auch neue finanzielle Verpflichtungen. Viele Fachärzte investieren ihr höheres Gehalt vollständig in Konsumausgaben oder Immobilien, ohne eine ausreichende Liquiditätsreserve aufzubauen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei bis sechs Nettomonatsgehälter als liquide Reserve sind der allgemein anerkannte Standard für eine solide Notreserve
  • Der Notgroschen sollte auf einem separaten Konto mit täglicher Verfügbarkeit gehalten werden, nicht in gebundenen Anlageformen
  • Fachärzte mit Familienverpflichtungen oder Eigenheim sollten eher am oberen Ende der empfohlenen Reserve planen

Notgroschen in der Phase als Facharzt

Ein Facharzt mit einem Nettogehalt von 5.000 bis 6.500 Euro monatlich sollte eine Liquiditätsreserve von 15.000 bis 40.000 Euro vorhalten. Diese Reserve dient nicht der Geldanlage, sondern ausschließlich als Puffer für unerwartete Ausgaben: Autoreparaturen, Gebäudeschäden am Eigenheim, ein längerer Krankheitsausfall oder der Verlust des Arbeitsplatzes beim Krankenhauswechsel. Ohne diese Reserve führen solche Ereignisse direkt in teure Kreditaufnahmen oder erzwungene Verkäufe von Kapitalanlagen zu ungünstigen Zeitpunkten.

Das richtige Instrument für den Notgroschen ist ein Tagesgeldkonto mit einem aktuell noch attraktiven Zinssatz von zwei bis drei Prozent, das täglich kündbar ist. Alternativ kann ein Festgeldkonto mit einer Laufzeit von maximal drei Monaten genutzt werden. Wichtig ist, dass das Geld nicht in Aktien oder ETFs geparkt wird, da diese bei einem unerwarteten Zugriffsbedarf möglicherweise gerade im Kursverlust stehen.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

In der Facharztphase beginnen viele auch mit dem Aufbau von Kapitalanlagen, etwa ETF-Sparplänen. Ärzteversichert empfiehlt, den Notgroschen vor dem Start jedes Langzeitinvestments vollständig aufzubauen. Nur wer eine ausreichende Liquiditätsreserve hat, kann an seiner langfristigen Anlagestrategie festhalten, ohne durch kurzfristige Krisen zu Verkäufen gezwungen zu werden.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die Zusammenführung von Notgroschen und Altersvorsorge. Wer ausschließlich in gebundene Versicherungsverträge spart, hat im Notfall keinen schnellen Zugriff auf liquide Mittel. Ein weiterer Fehler ist die schrittweise Aufzehrung des Notgroschens ohne anschließenden Wiederaufbau, was dazu führt, dass der Puffer nach einigen Jahren faktisch nicht mehr existiert.

Fazit

Der Notgroschen ist die finanzielle Grundlage, auf der alle weiteren Spar- und Anlagestrategien aufgebaut werden sollten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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