Als Oberarzt hat sich das Einkommen gegenüber der Assistenzarztzeit deutlich erhöht. Dennoch sollte der Notgroschen nicht vernachlässigt werden, da auch die Ausgaben und finanziellen Verpflichtungen gewachsen sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Notgroschen sollte proportional zum gestiegenen Einkommen und zu den Ausgaben angepasst werden
- Oberärzte mit Familie, Immobilie oder Leasingfahrzeug haben höhere Fixkosten und brauchen größere Puffer
- Der Notgroschen als liquide Reserve schützt davor, bei unerwarteten Ausgaben Anlageprodukte auflösen zu müssen
Notgroschen in der Phase Oberarzt
Ein Oberarzt mit einem Nettoeinkommen von 4.000 bis 5.000 Euro monatlich sollte als Notgroschen drei bis sechs Netto-Monatsgehälter auf einem leicht zugänglichen Tagesgeldkonto halten. Das entspricht 12.000 bis 30.000 Euro, je nach persönlicher Risikoneigung und Lebenssituation.
Wer als Oberarzt eine Familie hat, ein Eigenheim finanziert oder ein geleastes Fahrzeug unterhält, hat deutlich höhere monatliche Fixkosten als in der Assistenzarztzeit. Entsprechend größer sollte der Notgroschen sein, denn im Ernstfall müssen alle laufenden Verpflichtungen auch dann bedient werden können, wenn das Einkommen vorübergehend wegfällt, etwa durch eine längere Krankschreibung.
Der Notgroschen erfüllt auch eine psychologische Funktion: Wer weiß, dass sechs Monate Einkommensausfall finanziell überbrückt werden können, trifft berufliche Entscheidungen souveräner und gerät nicht in die Falle, einen schlechten Job behalten zu müssen, nur weil die Liquiditätsreserve fehlt. Das ist auf Oberarzt-Level besonders relevant, wenn es um interne Karriereschritte oder den Schritt in die Niederlassung geht.
Worauf Oberärzte besonders achten sollten
Der Notgroschen sollte regelmäßig überprüft werden: Wenn Fixkosten steigen, sollte auch die Reserve wachsen. Gleichzeitig sollte überschüssiges Kapital nicht dauerhaft auf einem Tagesgeldkonto liegen, sondern in renditestarke Anlagen fließen. Ärzteversichert hilft bei der Abgrenzung zwischen Notgroschen und Anlagevermögen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist es, den gesamten Vermögensaufbau in Anlageprodukten zu konzentrieren und keine liquide Reserve zu halten. Im Fall eines unerwarteten Ausgabe-Peaks müssen dann Wertpapiere zu ungünstigen Zeitpunkten verkauft werden.
Fazit
Der Notgroschen bleibt auf Oberarzt-Ebene ein unverzichtbarer Bestandteil der Finanzplanung, wächst aber mit den gestiegenen Ausgaben und Verpflichtungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Finanzielle Grundlagen
- Bundesministerium der Finanzen – Sparprodukte
- GDV – Liquiditätsplanung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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