Die Entscheidung für oder gegen die Private Krankenversicherung ist für Assistenzärzte einer der wichtigsten finanziellen Weichenstellungen der frühen Karriere. Eine falsche Wahl kostet über Jahrzehnte zehntausende Euro oder führt zu unzureichender medizinischer Versorgung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Assistenzärzte mit einem Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze, die 2024 bei 69.300 Euro im Jahr liegt, können in die PKV wechseln
  • Die PKV bietet bei angemessenem Tarif bessere Leistungen als die GKV, aber deutlich höhere Beiträge im Alter
  • Wer Kinder plant oder eine familiäre Situation hat, die Familienversicherung sinnvoll macht, sollte sehr genau abwägen

PKV-Wahl in der Phase als Assistenzarzt

Das Bruttoeinkommen eines Assistenzarztes liegt laut aktuellem Tarifvertrag des Marburger Bundes je nach Weiterbildungsjahr zwischen 55.000 und 70.000 Euro brutto. Damit liegt ein Teil der Assistenzärzte bereits oder bald über der Jahresarbeitsentgeltgrenze und kann wählen. Die PKV bietet in dieser Phase attraktive Einstiegsprämien: Ein gesunder 28-jähriger Arzt zahlt für einen sehr guten Vollversicherungstarif oft nur 300 bis 450 Euro monatlich, während ein gleichwertiger GKV-Beitrag bei 500 bis 600 Euro liegt.

Im Alter jedoch kehrt sich das Verhältnis um: PKV-Beiträge steigen mit dem Alter und können im Rentenalter auf über 900 Euro monatlich anwachsen. Deshalb ist der Abschluss einer Beitragsrückerstattungsklausel oder eines Beitragsentlastungsmodells im Alter dringend zu empfehlen. Diese Optionen müssen beim Abschluss der PKV vereinbart werden und können später nicht mehr hinzugefügt werden.

Worauf Assistenzärzte bei der PKV-Wahl besonders achten sollten

Die Wahl des richtigen Tarifs ist ebenso wichtig wie die Wahl der Versicherungsgesellschaft. Ärzteversichert empfiehlt, auf die Bedingungen für psychische Erkrankungen, auf Ausschlussklauseln bei Vorerkrankungen und auf die Altersrückstellungsbildung zu achten. Ein billiger Einsteigertarif ohne gute Rückstellungen spart kurzfristig Geld, führt aber langfristig zu erheblich höheren Kosten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Assistenzärzte entscheiden sich für den günstigsten PKV-Tarif, ohne die Langzeitauswirkungen zu berücksichtigen. Auch das Versäumen des Beitragsentlastungsmodells für das Alter ist ein häufiger Fehler, der teuer werden kann. Wer zudem Kinder möchte, vergisst oft, dass diese in der PKV separat versichert werden müssen, was den monatlichen Gesamtbeitrag deutlich erhöht.

Fazit

Die PKV-Entscheidung ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen für Assistenzärzte und sollte mit unabhängiger Fachberatung und einem Langzeitvergleich getroffen werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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