Mit der Praxisabgabe verändert sich auch die Krankenversicherungssituation grundlegend. PKV-versicherte Ärzte müssen in der Rente aktiv prüfen, ob ihre Police noch passt und wie sich die Beiträge im Alter entwickeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Ruhestand entfällt das aktive Einkommen, die PKV-Beiträge bleiben jedoch annähernd gleich oder steigen
- PKV-Rentner können unter Umständen in einen günstigeren Tarif innerhalb derselben Gesellschaft wechseln
- Ein Rückwechsel in die GKV ist für PKV-versicherte Ärzte nach dem 55. Lebensjahr in der Regel nicht mehr möglich
PKV-Wahl in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand
Ärzte, die jahrzehntelang in der PKV versichert waren, zahlen im Ruhestand weiterhin die Prämien aus eigener Tasche. Der Arbeitgeberzuschuss, der zuvor rund die Hälfte der Prämie deckte, entfällt. Stattdessen erhalten PKV-Versicherte aus der Versorgungswerk-Rente einen Beitragszuschuss in Höhe des halben Beitragssatzes der GKV, was aber in der Regel deutlich unter dem tatsächlichen PKV-Beitrag liegt.
Mit einem durchschnittlichen PKV-Beitrag von 500 bis 900 Euro monatlich im Ruhestand ist die Krankenversicherung ein erheblicher Kostenfaktor. Viele PKV-Gesellschaften bieten ältere Tarife mit reduzierten Leistungen zu niedrigeren Beiträgen an, auf die Versicherte ohne neuerliche Gesundheitsprüfung wechseln können. Diese Option sollte beim Übergang in den Ruhestand aktiv geprüft werden.
Wer im aktiven Berufsleben in einem Premiumtarif versichert war, muss im Ruhestand abwägen: Sind die höherwertigen Leistungen die Mehrkosten wert, oder reicht ein solider Standardtarif mit guter Basisabsicherung? Zusätzlich gibt es für PKV-Versicherte ab 65 Jahren in einigen Gesellschaften Altersrückstellungen, die die Beitragsentwicklung dämpfen.
Worauf Ärzte im Ruhestand besonders achten sollten
Der Übergang von der aktiven Tätigkeit in den Ruhestand sollte nicht ohne eine professionelle Überprüfung der Krankenversicherungssituation erfolgen. Ärzteversichert analysiert bestehende PKV-Verträge und zeigt Optimierungsmöglichkeiten für den Ruhestand auf, damit die Gesundheitsversorgung weiterhin sichergestellt ist, ohne das Budget zu belasten.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die passive Weiterführung des bisherigen Tarifs ohne Prüfung günstigerer Alternativen. Auch der Versuch, in die GKV zurückzukehren, scheitert bei den meisten Ärzten über 55 Jahren, da die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt werden können.
Fazit
Die PKV-Situation im Ruhestand erfordert eine aktive Überprüfung und gegebenenfalls eine Tarifanpassung für einen kosteneffizienten Versicherungsschutz. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- PKV-Verband – Tarife und Leistungen
- BaFin – Krankenversicherungsaufsicht
- GKV-Spitzenverband – Vergleich GKV/PKV
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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