Praxisabgabe und Assistenzarzt? Das klingt widersprüchlich, ist es aber nicht. Wer als Assistenzarzt eine bereits übernommene Praxis wieder abgeben möchte oder als Berater an einem Abgabeprozess beteiligt ist, muss die wesentlichen Prinzipien kennen. Auch familiäre Situationen, in denen eine Praxis des Elternteils übergeben werden soll, betreffen Assistenzärzte direkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisabgabe erfordert mindestens ein bis zwei Jahre Vorlaufzeit
  • Nachfolgerbörse der KBV und regionale KV-Angebote als erste Anlaufstelle
  • Steuerliche Optimierung beim Abgabeerlös frühzeitig planen

Praxisabgabe in der Phase Assistenzarzt

Assistenzärzte kommen mit dem Thema Praxisabgabe in Berührung, wenn sie eine Praxis eines Familienangehörigen übernehmen sollen oder wenn ein frühzeitiger Praxiseinstieg mit anschließender Übergabe geplant ist. In solchen Situationen ist eine frühzeitige, strukturierte Planung entscheidend, da Abgabeprozesse rechtliche und steuerliche Fragen aufwerfen, die langwierige Vorlaufzeiten erfordern.

Ein Praxisabgabeprozess dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Zunächst wird die Praxis bewertet, dann wird ein Nachfolger gesucht, entweder über die Nachfolgebörse der KBV oder über persönliche Netzwerke, und schließlich wird der Abgabevertrag verhandelt und notariell beurkundet. Für die KV-Zulassung des Nachfolgers fallen zusätzlich drei bis sechs Monate an.

Steuerlich ist die Praxisabgabe ein bedeutsames Ereignis: Der Abgabeerlös ist einkommensteuerpflichtig, kann aber durch den Freibetrag nach § 16 EStG (45.000 Euro einmalig für Personen über 55 Jahre) und den ermäßigten Steuersatz nach § 34 EStG erheblich gemildert werden. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Steuerberater ist unerlässlich.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte, die in einen Praxisabgabeprozess involviert sind, sollten sicherstellen, dass ihre eigene Absicherung nicht von der Praxissituation des Elternteils abhängt. Ärzteversichert berät Assistenzärzte zur eigenen Absicherung unabhängig von familiären Praxisstrukturen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind das Unterschätzen der Vorlaufzeit für eine Praxisabgabe sowie das Fehlen einer steuerlichen Planung, die den Abgabeerlös optimal behandelt.

Fazit

Praxisabgabe als Assistenzarzt berührt vor allem familiäre Kontexte und erfordert frühzeitige Planung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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