Als Assistenzarzt liegt die eigene Praxisgründung zwar noch in der Zukunft, doch die finanzielle Grundlage dafür wird bereits jetzt gelegt. Wer in dieser Phase gezielt spart und die Weiterbildungszeit für Bonität und Eigenkapitalaufbau nutzt, geht gestärkt in die spätere Niederlassung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Banken erwarten beim Praxiskredit mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital, was bei einer Investitionssumme von 300.000 Euro einem Eigenanteil von 60.000 bis 90.000 Euro entspricht.
  • Bereits als Assistenzarzt kann durch monatliches Sparen von 300 bis 500 Euro in 8 bis 10 Jahren ein Eigenkapitalpolster von 30.000 bis 60.000 Euro aufgebaut werden.
  • Eine positive Bonität (SCHUFA, Kredithistorie) ist die Voraussetzung für günstige Praxiskredite und wird durch verlässliche Zahlungshistorie aufgebaut.

Praxisfinanzierung in der Phase Assistenzarzt

Die Assistenzarztzeit ist die ideale Phase, um das spätere Praxiskapital systematisch aufzubauen. Ein Assistenzarzt mit einem Nettoeinkommen von 3.500 bis 4.500 Euro kann bei moderatem Lebensstandard 400 bis 800 Euro monatlich für die Zukunft zurücklegen. Über 10 Jahre Weiterbildungszeit wächst das bei einem ETF-Sparplan mit 7 Prozent durchschnittlicher Rendite auf 66.000 bis 132.000 Euro.

Gleichzeitig empfiehlt es sich, die Kreditgeschichte aufzubauen: Ein kleiner Ratenkredit oder eine Kreditkarte, die monatlich vollständig bezahlt wird, stärken die Bonität. Banken bewerten bei Praxiskrediten nicht nur das aktuelle Einkommen, sondern auch die Verlässlichkeit als Kreditnehmer über mehrere Jahre.

Wer bereits eine Immobilie finanziert hat, kann das als Sicherheit für einen späteren Praxiskredit einsetzen. Alternativ können Bürgschaften von Eltern oder Partnern in der Anlaufphase helfen, die Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte sollten frühzeitig einen spezialisierten Steuerberater oder Bankberater für Ärzte aufsuchen, der die spätere Praxisfinanzierung im Blick hat. Ärzteversichert berät auch in der Weiterbildungszeit und hilft bei der Planung des richtigen Zeitpunkts für Versicherungen, die im Zusammenhang mit einer späteren Niederlassung relevant sind.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Konsumieren des Einkommens ohne Sparquote, was den Eigenkapitalaufbau verhindert und die spätere Niederlassung unnötig verzögert oder verteuert. Ein zweiter Fehler ist die Vernachlässigung der Bonitätspflege: Kontoüberziehungen, Zahlungsversäumnisse oder unnötige Kreditanfragen verschlechtern die Bonität.

Fazit

Die Praxisfinanzierung beginnt nicht mit der Gründung, sondern mit dem ersten gesparten Euro in der Assistenzarztzeit. Wer früh ansetzt, hat mehr Spielraum. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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