Chefärzte, die über einen Wechsel in die Niederlassung oder eine Beteiligung an einem MVZ nachdenken, stehen vor erheblichen Finanzierungsfragen. Die Kombination aus Chefarztgehalt und aufgebautem Vermögen bietet eine gute Ausgangsposition für diese Investitionen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Chefärzte mit Jahresbruttogehältern von 200.000 bis 500.000 Euro können innerhalb weniger Jahre erhebliches Eigenkapital für eine Praxisfinanzierung aufbauen.
  • Banken bewerten die Bonität von Chefärzten sehr positiv, was günstige Kreditkonditionen ermöglicht.
  • Ein MVZ-Gesellschaftsanteil kostet je nach Praxisart und Umsatz 150.000 bis 500.000 Euro, eine Einzelpraxisneugründung 100.000 bis 500.000 Euro.

Praxisfinanzierung in der Phase Chefarzt

Ein Chefarzt, der 10 Jahre lang 10.000 Euro monatlich netto verdient und davon 2.000 Euro spart, hat nach 10 Jahren 240.000 Euro angespart, die als Eigenkapital für eine Praxisfinanzierung zur Verfügung stehen. Mit einem Eigenkapitalanteil von 30 Prozent ermöglicht das eine Praxisfinanzierung von bis zu 800.000 Euro, was für die meisten Praxismodelle ausreicht.

Banken bieten Chefärzten aufgrund der gesicherten Einkommenssituation und der hohen beruflichen Qualifikation oft besonders günstige Konditionen: Zinsen bei 3,5 bis 4,5 Prozent (Stand 2026) und längere Tilgungsfreiheitsjahre in der Anlaufphase. Für eine Praxisgründung ist ein spezialisierter Arzt-Bankberater empfehlenswert, da dieser die Besonderheiten des ärztlichen Businessplans kennt.

Alternativ zu einer Neugründung bieten sich für Chefärzte Beteiligungen an bestehenden MVZ oder Gemeinschaftspraxen an, bei denen das unternehmerische Risiko durch bestehende Patientenstruktur und Umsatz reduziert ist. Der Kaufpreis für einen 25-Prozent-Anteil an einem gut laufenden Facharzt-MVZ liegt typischerweise bei 200.000 bis 400.000 Euro.

Worauf Chefärzte besonders achten sollten

Mit dem Wechsel in die Selbstständigkeit oder MVZ-Beteiligung entstehen neue Versicherungsbedarfe, die über die bisherige Angestelltenabsicherung hinausgehen. Ärzteversichert begleitet Chefärzte beim Aufbau des passenden Versicherungspakets für den Schritt in die Selbstständigkeit, von der Berufshaftpflicht bis zur Betriebsunterbrechungsversicherung.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die Entscheidung für eine Praxisgründung ohne ausreichenden Businessplan und Marktanalyse: Standort, Konkurrenz, Bedarfsplanung und Patientenpotenzial müssen sorgfältig analysiert werden. Ein zweiter Fehler ist das Unterschätzen der Anlaufverluste in den ersten 12 bis 18 Monaten, für die eine ausreichende Liquiditätsreserve vorgehalten werden muss.

Fazit

Chefärzte sind in einer privilegierten Position für den Schritt in die Niederlassung. Mit solider Finanzplanung und dem richtigen Versicherungsschutz ist dieser Schritt gut abgesichert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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