Viele Oberärzte denken bereits über die eigene Praxis nach. Wer die Finanzierungsoptionen frühzeitig kennt und anfängt, Eigenkapital aufzubauen, ist bei der Niederlassung klar im Vorteil.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Facharztpraxis erfordert typischerweise 150.000 bis 500.000 Euro Startkapital
  • Eigenkapital von mindestens 20 bis 30 Prozent verbessert die Kreditkonditionen erheblich
  • Spezialisierte Arztpraxisdarlehen bieten Tilgungsfreiheit in den ersten Jahren und günstige Zinsen

Praxisfinanzierung in der Phase Oberarzt

Wer als Oberarzt plant, in fünf bis zehn Jahren eine Praxis zu gründen oder zu übernehmen, sollte heute mit dem Eigenkapitalaufbau beginnen. Bei einem benötigten Fremdkapital von 300.000 Euro und einem Eigenkapitalanteil von 20 Prozent braucht man 60.000 Euro eigene Mittel. Mit einer monatlichen Sparrate von 1.000 Euro ist das in etwa fünf Jahren erreicht.

Spezialisierte Heilberufebanken wie apoBank oder Sparda-Bank bieten Ärzten Praxisdarlehen mit tilgungsfreien Anfangsjahren an. Das bedeutet, in den ersten ein bis zwei Jahren nach der Gründung muss nur der Zins, aber keine Tilgung gezahlt werden. Das schont die Liquidität in der Aufbauphase erheblich.

Die Kreditentscheidung basiert auf einem Businessplan, der den prognostizierten Umsatz, die Kostensituation und den Kapitaldienst über die Laufzeit abbildet. Wer bereits Erfahrung als Oberarzt in der angestrebten Fachrichtung hat, wird von Banken bevorzugt behandelt, weil die klinische Kompetenz ein geringeres Ausfallrisiko signalisiert.

Zinssätze für Arztpraxisdarlehen lagen 2025 je nach Laufzeit und Sicherheiten bei 3,5 bis 5 Prozent effektiv jährlich. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro auf 15 Jahre ergibt das eine monatliche Rate von etwa 2.100 bis 2.300 Euro.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Der Versicherungsschutz ist ein oft übersehener Teil der Praxisfinanzierungsplanung. Kreditgeber verlangen in der Regel eine Risikolebensversicherung und manchmal eine BU-Versicherung als Kreditsicherheit. Ärzteversichert begleitet Ärzte in der Planungsphase und stellt sicher, dass die Versicherungsanforderungen der Bank erfüllt werden.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Unterschätzen der Anlaufkosten. Viele Oberärzte kalkulieren nur die Einrichtungskosten, vergessen aber die laufenden Kosten der ersten Quartale, in denen die Praxis noch nicht kostendeckend arbeitet.

Ebenfalls problematisch: das Wählen eines zu kurzen Kreditrahmens. Wer in zehn Jahren statt fünfzehn Jahren tilgt, zahlt höhere Monatsraten, die in der Anlaufphase die Liquidität belasten.

Fazit

Die Praxisfinanzierung als Oberarzt ist eine langfristige Planungsaufgabe. Wer früh anfängt, Eigenkapital aufzubauen und die Finanzierungsoptionen versteht, startet mit deutlich besseren Bedingungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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