Wer nach einer Berufspause in die Niederlassung einsteigt oder die eigene Praxis reaktiviert, benötigt möglicherweise eine Finanzierung. Banken prüfen Kreditanfragen von Wiedereinsteigerinnen und -einsteigern mit besonderer Sorgfalt. Eine gute Vorbereitung erhöht die Chancen auf günstige Konditionen erheblich.
Das Wichtigste in Kürze
- Banken bewerten Kreditwürdigkeit auch anhand der Zeit des Berufsausstiegs
- Solide Businessplan mit realistischen Patientenprognosen ist Voraussetzung
- Spezialisierte Bankprodukte für Ärzte im Wiedereinstieg bieten günstige Konditionen
Praxisfinanzierung in der Phase Wiedereinstieg
Beim Wiedereinstieg bewerten Banken die Kreditwürdigkeit unter dem Gesichtspunkt, wie lange die Pause war und welches Einkommen in der Zwischenzeit bestand. Eine Pause von einem bis drei Jahren gilt als unproblematisch, wenn eine gute Berufserfahrung vor der Pause belegt werden kann. Längere Pausen erfordern detaillierte Erklärungen und möglicherweise eine höhere Eigenkapitalquote.
Ein überzeugender Businessplan ist das wichtigste Dokument für die Bankfinanzierung. Er sollte realistische Patientenzahlen auf Basis einer Versorgungsbedarfsanalyse, eine detaillierte Kostenplanung und eine Liquiditätsvorschau für die ersten drei Jahre enthalten. Spezialisierte Berater der KV können bei der Businessplan-Erstellung unterstützen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen bieten in vielen Regionen auch Gründungsförderungen für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger an.
KfW-Förderkredite für Freiberufler bieten günstige Zinsen und tilgungsfreie Anlaufjahre. Der KfW-Gründerkredit startet mit Zinsen ab 3 bis 5 Prozent jährlich und erlaubt tilgungsfreie Startjahre von ein bis zwei Jahren. Das entlastet die Liquidität in der Anlaufphase erheblich. Apotheker- und Ärztebanken sowie Volksbanken mit Ärzteabteilungen haben häufig spezifische Produkte für ärztliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger.
Worauf Ärzte im Wiedereinstieg besonders achten sollten
Ärzte im Wiedereinstieg sollten ihre Finanzierungsanfragen bei mehreren Banken gleichzeitig stellen, um Konditionen zu vergleichen. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur Finanzierungsplanung alle Praxisversicherungen für die neue Niederlassung vorzubereiten, damit bei Praxiseröffnung sofort vollständiger Schutz besteht.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Typische Fehler sind ein zu kurz geplanter Liquiditätspuffer für die Anlaufphase sowie das Fehlen eines belastbaren Businessplans, der Banken von der Tragfähigkeit überzeugt.
Fazit
Praxisfinanzierung beim Wiedereinstieg ist machbar, erfordert aber eine sorgfältige Vorbereitung und die Nutzung spezialisierter Förderangebote. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Praxisgründung und Finanzierung
- Bundesfinanzministerium – KfW-Förderungen
- Bundesärztekammer – Niederlassung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →