Eine eigene Praxis während der Assistenzarztzeit zu planen, mag früh erscheinen. Doch die Weichen für eine Praxisgründung werden lange vor dem tatsächlichen Schritt gestellt. Wer als Assistenzarzt die richtigen Informationen sammelt, Netzwerke aufbaut und finanziell vorsorgt, kann nach der Facharztanerkennung deutlich schneller handeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Praxisgründung erst nach Facharztanerkennung und kassenärztlicher Zulassung möglich
- Businessplan, Finanzplanung und Standortanalyse beginnen idealerweise 2 bis 3 Jahre vorher
- Gründungsförderung und KfW-Kredite frühzeitig recherchieren
Praxisgründung in der Phase Assistenzarzt
Als Assistenzarzt ist die Praxisgründung noch keine unmittelbare Option, aber die Vorbereitungsphase ist entscheidend. Wer in der Weiterbildungszeit gezielte Erfahrungen sammelt, die spätere Fachrichtung wählt und Standortoptionen sondiert, trifft später bessere Entscheidungen. Die Wahl des Weiterbildungsorts kann dabei bereits strategisch sein: Ein Assistenzarzt, der in einer Region mit Ärztemangel weitergebildet wird, hat bessere Chancen, dort später eine Zulassung zu erhalten.
Finanziell sollten Assistenzärzte während der Weiterbildung aktiv Eigenkapital aufbauen. Für eine Praxisneugründung sind je nach Fachrichtung und Ausstattung 80.000 bis 250.000 Euro Startkapital notwendig. Allgemeinärzte gründen oft günstiger, Spezialarztpraxen erfordern mehr Kapital für Geräte und Einrichtung. Bankfinanzierungen decken bis zu 70 bis 80 Prozent des Bedarfs, aber das Eigenkapital ist entscheidend für die Kreditkonditionen.
Parallel zur Finanzplanung empfiehlt sich der Aufbau eines professionellen Netzwerks: Kontakt zur örtlichen KV, Teilnahme an Netzwerktreffen und frühe Gespräche mit niedergelassenen Kollegen geben wertvolle Einblicke in die regionale Versorgungssituation und potenzielle Kooperationspartner.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte, die eine Praxisgründung planen, sollten bereits während der Weiterbildung eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Nachversicherungsgarantie abschließen, die bei Praxisgründung auf das Selbstständigeneinkommen angepasst werden kann. Ärzteversichert berät frühzeitig zu Versicherungen für Praxisgründer und hilft bei der Finanzierungsplanung.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Typische Fehler sind die fehlende Eigenkapitalbildung während der Assistenzarztzeit, die Wahl einer Fachrichtung allein nach Interesse ohne Beachtung der Versorgungsstruktur und das Unterschätzen der Vorlaufzeiten für Zulassungsverfahren.
Fazit
Eine Praxisgründung beginnt im Kopf lange vor der eigentlichen Gründung. Wer als Assistenzarzt plant, kommt besser vorbereitet ans Ziel. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Praxisgründung
- Bundesärztekammer – Niederlassung
- Gesetze im Internet – Ärzte-ZV
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →