Der Wechsel vom Chefarztposten in die eigene Praxis ist ein radikaler Karrierewandel. Wer aus der sicheren, gut dotierten Klinikposition in die Selbstständigkeit wechselt, muss unternehmerisch denken und sorgfältig planen.
Das Wichtigste in Kürze
- Chefärzte bringen medizinische Expertise mit, aber oft wenig Praxismanagement-Erfahrung
- Die Praxisgründung erfordert eine Kassenzulassung und erhebliche Startinvestitionen
- Das erste Jahr als niedergelassener Arzt ist finanziell oft der schwierigste Zeitraum
Praxisgründung in der Phase Chefarzt
Chefärzte, die in die Niederlassung wechseln möchten, stehen vor einer komplexen Transformation: von der Führungskraft in der Klinik zum Unternehmer mit eigener Praxis. Die medizinische Kompetenz ist vorhanden, die unternehmerischen Fähigkeiten müssen neu aufgebaut werden.
Für die Praxisgründung als Chefarzt bieten sich zwei Wege an: die Übernahme einer bestehenden Praxis mit Patientenstamm und Kassensitz, oder eine Neugründung in einem unterversorgten Gebiet. Die Neugründung ist risikoärmer hinsichtlich des Kaufpreises, aber risikoreich in Bezug auf den Patientenaufbau. Bei einer Neugründung rechnet man mit ein bis drei Jahren, bis eine Praxis kostendeckend arbeitet.
Die Finanzierung einer Praxisgründung als Chefarzt ist aufgrund der hervorragenden Bonität in der Regel unproblematisch. Dennoch sollten die Lebenshaltungskosten für die erste Zeit vollständig durch eigene Mittel gedeckt sein, da die ersten KV-Abrechnungen mit Verzögerung eingehen. Planen Sie für die ersten sechs Monate eine Privatreserve von 40.000 bis 60.000 Euro ein.
Worauf Chefärzte besonders achten sollten
Suchen Sie sich einen Mentor oder Coach, der bereits den Weg von der Klinik in die Niederlassung gegangen ist. Ärzteversichert begleitet Sie beim Aufbau des vollständigen Versicherungsschutzes für Ihre neue Praxis, von der Berufshaftpflicht bis zum Praxisinhalt.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Chefärzte unterschätzen den Kulturschock beim Übergang von der Klinik in die ambulante Versorgung. Außerdem wird der Aufbau einer stabilen Patientenbasis zeitlich zu optimistisch geplant.
Fazit
Die Praxisgründung als Chefarzt ist ein mutiger Schritt, der mit sorgfältiger Planung und realistischen Erwartungen gelingen kann. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Niederlassung
- Bundesärztekammer – Praxisgründung
- Bundesfinanzministerium – Existenzgründung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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