Als etablierter Praxisinhaber denken viele Ärzte über Expansion nach: eine Zweigstelle, eine Gemeinschaftspraxis mit einem Kollegen oder die Gründung eines MVZ. Diese strukturellen Erweiterungen der bestehenden Praxis erfordern sorgfältige Planung und neue unternehmerische Überlegungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Zweigpraxis bedarf der Genehmigung durch die Kassenärztliche Vereinigung
  • Die Gründung einer Gemeinschaftspraxis erfordert einen rechtssicheren Gesellschaftervertrag
  • Investitionskosten für Expansion liegen typischerweise zwischen 100.000 und 400.000 Euro

Praxisgründung in der Phase etablierter Praxisinhaber

Die Erweiterung einer bestehenden Praxis um eine Zweigstelle ist die häufigste Form der Expansion bei etablierten Praxisinhabern. Die Kassenärztliche Vereinigung muss eine solche Zweigpraxis genehmigen, und es gelten strenge Regelungen: Die Versorgung am Hauptstandort darf nicht beeinträchtigt werden, und Öffnungszeiten sowie Personalbesetzung müssen definiert sein.

Alternativ kann ein weiterer Arzt als Mitgesellschafter in die bestehende Praxis aufgenommen werden, um eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) oder eine Gemeinschaftspraxis zu gründen. Dies erfordert einen notariell beglaubigten Gesellschaftervertrag, der Gewinnverteilung, Entscheidungsbefugnisse, Ausscheidungsregelungen und Nachfolgeplanung regelt. Schlecht formulierte Gesellschafterverträge führen häufig zu teuren Streitigkeiten.

Wirtschaftlich muss eine Expansion auf ihre Tragfähigkeit geprüft werden: Rechtfertigt der zusätzliche Kassensitz oder Standort die Investitionskosten und den Mehraufwand? Eine realistische Umsatzplanung für die ersten drei bis fünf Jahre ist Pflicht, bevor Fremdkapital aufgenommen wird.

Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten

Holen Sie rechtliche Beratung ein, bevor Sie Expansionspläne umsetzen. Ärzteversichert unterstützt Sie dabei, den Versicherungsschutz für die neue Praxisstruktur vollständig zu klären, insbesondere Berufshaftpflicht, Betriebsunterbrechung und Inventarversicherung.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Praxisinhaber expandieren zu schnell, ohne ausreichende Betriebsmittelreserven für die Anlaufphase zu haben. Außerdem wird der Zeitaufwand für die Führung einer erweiterten Praxisstruktur regelmäßig unterschätzt.

Fazit

Eine gut geplante Praxiserweiterung kann erheblich zur Einkommenssteigerung und Zukunftssicherung beitragen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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