Eine Praxisgründung ist die anspruchsvollste Form des ärztlichen Niederlassungsstarts, weil alles von Grund auf aufgebaut werden muss. Kein Patientenstamm, keine eingespielten Abläufe, aber maximale Gestaltungsfreiheit. Mit dem richtigen Plan gelingt der Start.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Neugründung ist nur in Planungsbereichen mit freien Arztsitzen möglich
- Der Investitionsbedarf liegt je nach Fachrichtung und Ausstattungsstandard zwischen 150.000 und 500.000 Euro
- Der Aufbau eines wirtschaftlich tragfähigen Patientenstamms dauert in der Regel zwei bis drei Jahre
Praxisgründung in der Phase Niederlassungsstart
Die Praxisneugründung beginnt mit der Zulassung beim Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung. In gesperrten Planungsbereichen, in denen die Arztdichte den Versorgungsbedarf übersteigt, ist eine Neuzulassung nicht möglich. In diesen Regionen bleibt nur die Praxisübernahme oder die Anstellung in einem MVZ. In offenen oder unterbeschäftigten Planungsbereichen, vor allem in ländlichen Regionen, sind Neuzulassungen deutlich einfacher zu erlangen und werden oft mit Förderprogrammen der KVen unterstützt.
Der Investitionsbedarf für eine Praxisgründung umfasst Praxiseinrichtung (50.000 bis 150.000 Euro), medizinische Geräte (50.000 bis 200.000 Euro je nach Fachrichtung), IT-Ausstattung und Praxissoftware (10.000 bis 30.000 Euro), sowie drei bis sechs Monate Betriebsmittelreserve für Miete, Personal und laufende Kosten. Insgesamt summiert sich das auf 150.000 bis 500.000 Euro Investitionsbedarf, der über spezialisierte Praxiskredite finanziert wird.
In den ersten zwei Jahren ist mit einem Verlust oder einem deutlich geringeren Einkommen zu rechnen als in der vorherigen Anstellung. Eine ausreichende Eigenkapitalreserve von sechs bis zwölf Monatseinkommen ist deshalb Grundvoraussetzung.
Worauf Ärzte zum Niederlassungsstart besonders achten sollten
Vor der Praxisgründung sollte eine detaillierte Standortanalyse durchgeführt werden. Wie viele potenzielle Patienten wohnen im Einzugsgebiet? Welche Mitbewerber sind bereits ansässig? Welche Einweiser könnten für eine Facharztpraxis relevant sein? Ärzteversichert begleitet die Gründungsplanung mit einer vollständigen Checkliste aller notwendigen Versicherungen und empfiehlt Anbieter für Praxiskredite.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Unterschätzen der Zeit für Genehmigungen und Behördengänge. Zulassung, Gewerbeanmeldung, Gesundheitsamt, Datenschutzbeauftragter und KV-Anschluss erfordern zusammen oft drei bis sechs Monate, die in der Zeitplanung berücksichtigt werden müssen.
Ebenfalls problematisch: das Vernachlässigen der Marketingstrategie. Ohne aktive Patientengewinnung durch Online-Präsenz, Empfehlungsnetzwerke und lokale Bekanntheit dauert der Aufbau des Patientenstamms länger als nötig.
Fazit
Eine Praxisgründung erfordert mehr Planung als die meisten anderen Karriereschritte, bietet aber die größte unternehmerische Freiheit. Wer vorbereitet startet, hat die besten Chancen auf schnellen Erfolg. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Zulassung und Praxisgründung
- Bundesärztekammer – Ärztliche Niederlassung
- Bundesfinanzministerium – Gründungsfinanzierung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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