Eine Praxisübernahme während oder kurz nach der Elternzeit ist eine ungewöhnliche, aber durchaus vorkommende Situation. Die Kombination aus familiärer Veränderung und unternehmerischem Schritt erfordert besonders sorgfältige Planung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Praxisübernahme in der Elternzeit ist rechtlich möglich, aber finanziell und organisatorisch anspruchsvoll
  • Die Finanzierung einer Praxisübernahme während Elternzeit setzt eine solide Eigenkapitalbasis voraus
  • Versicherungsschutz und Altersvorsorge müssen beim Übergang in die Selbstständigkeit neu geregelt werden

Praxisübernahme in der Phase Elternzeit

Eine Praxisübernahme während der Elternzeit erscheint zunächst widersprüchlich: Einerseits soll die Elternzeit der Familie gewidmet sein, andererseits entstehen durch die Übernahme einer Praxis umfangreiche unternehmerische Verpflichtungen. Dennoch gibt es Situationen, in denen dieser Zeitpunkt sinnvoll ist, zum Beispiel wenn ein erfahrener Kollege seine Praxis abgibt und dieser seltene Gelegenheit kein späterer idealer Zeitpunkt gegenübersteht.

Die Finanzierung einer Praxisübernahme erfordert Eigenkapital von in der Regel 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises sowie eine belastbare Kreditwürdigkeit. Da während der Elternzeit kein reguläres Einkommen erzielt wird, sind die Kreditkonditionen möglicherweise ungünstiger. Viele Banken berücksichtigen in solchen Fällen jedoch die nachgewiesene Einkommensperspektive nach der Elternzeit.

Gleichzeitig ändert sich der Versicherungsstatus grundlegend: Als Praxisinhaberin oder -inhaber endet die Pflichtmitgliedschaft in der Krankenversicherung des Arbeitgebers, und es muss eine eigene PKV oder freiwillige GKV-Mitgliedschaft abgeschlossen werden. Auch das Versorgungswerk-Beitragsmodell ändert sich, und eine Berufshaftpflichtversicherung für die eigene Praxis ist zwingend erforderlich.

Worauf Ärzte in Elternzeit besonders achten sollten

Eine Praxisübernahme in der Elternzeit erfordert professionelle Unterstützung durch Steuerberater, Rechtsanwalt und einen spezialisierten Versicherungsberater. Ärzteversichert begleitet Ärzte bei allen Versicherungs- und Vorsorgefragen rund um die Praxisübernahme, auch in besonderen Lebensphasen wie der Elternzeit.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des zeitlichen Aufwands einer Praxisübernahme neben der Elternzeit. Auch die fehlende Prüfung aller Praxiswerte durch unabhängige Gutachter kann dazu führen, dass zu viel für eine Praxis gezahlt wird.

Fazit

Eine Praxisübernahme in der Elternzeit ist möglich, erfordert aber eine besonders akribische Vorbereitung und professionelle Begleitung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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