Eine Praxisübernahme ist im Praktischen Jahr noch weit entfernt, aber wer schon früh versteht, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, trifft später die besseren Entscheidungen. Gerade angehende Ärzte, die aus Familientradition eine Praxis übernehmen möchten, sollten die Grundlagen früh kennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Praxisübernahme ist frühestens nach Approbation und idealerweise nach Facharztabschluss sinnvoll
  • Der Kaufpreis einer Praxis liegt in der Regel zwischen dem 0,5- und 1,5-fachen des Jahresumsatzes
  • Finanzierung, Zulassung und Gesellschaftsvertrag müssen vor der Übernahme rechtssicher geregelt sein

Praxisübernahme in der Phase PJ (Praktisches Jahr)

Im PJ absolvieren angehende Ärzte ihre letzten 48 Wochen vor der Approbation. Eine eigenständige Praxisführung ist in dieser Phase rechtlich noch nicht möglich. Dennoch ist es sinnvoll, sich bereits jetzt mit dem Thema Praxisübernahme auseinanderzusetzen, wenn eine familiäre Praxis mittelfristig übergeben werden soll oder ein konkretes Übernahmeangebot in Aussicht steht.

Der typische Weg zur Praxisübernahme führt über Approbation, Assistenzarztzeit zur Facharztqualifikation, oft ergänzt durch einige Jahre Berufserfahrung in einem ähnlichen Versorgungsbereich. Eine Praxisübernahme direkt nach der Approbation ist selten und erfordert eine erfahrene Praxismanagerin sowie intensive externe Unterstützung. Der Kaufpreis einer Allgemeinmedizinpraxis liegt 2025 im Mittel zwischen 100.000 und 300.000 Euro, bei Fachärzten teils deutlich höher.

Die Finanzierung einer Praxisübernahme erfolgt üblicherweise über zweckgebundene Praxiskredite, die von spezialisierten Banken angeboten werden. KfW-Förderprogramme können die Zinskosten reduzieren. Wichtig ist dabei eine ausreichende Eigenkapitalquote von mindestens 10 bis 20 Prozent.

Worauf PJler besonders achten sollten

Wer in einer Familienpraxis aufwächst und perspektivisch übernehmen möchte, sollte schon im PJ mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen vertraut sein. Ärzteversichert begleitet auch frühe Planungsphasen und gibt einen ersten Überblick, welche Versicherungen und Finanzprodukte bei einer Praxisübernahme notwendig sind, damit im entscheidenden Moment keine bösen Überraschungen entstehen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die emotionale Übernahmeentscheidung ohne wirtschaftliche Prüfung. Insbesondere bei Familienpraxen wird oft kein unabhängiges Wertgutachten eingeholt, weil die Übergabe unter Familienangehörigen als Vertrauenssache gilt. Das kann jedoch steuerliche Probleme verursachen oder zu einem überhöhten Kaufpreis führen.

Ebenfalls kritisch: das Unterschätzen des Umfangs an Mitarbeitern, laufenden Verträgen und Geräteleasing-Verpflichtungen, die bei einer Übernahme mitübernommen werden.

Fazit

Im PJ beginnt die Praxisübernahme als Thema auf dem gedanklichen Radar zu erscheinen. Wer jetzt die Grundlagen lernt, ist später deutlich besser vorbereitet. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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