Die Praxisübergabe ist für viele Ärzte der letzte große Akt ihres Berufslebens. Ein geordneter Übergabeprozess sichert den Praxiswert, schützt die Patienten und ermöglicht einen würdigen Abschluss der ärztlichen Tätigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Übergabeprozess sollte 2 bis 4 Jahre vor dem geplanten Ruhestand begonnen werden, um ausreichend Zeit für Nachfolgersuche und Einarbeitung zu haben.
  • Der Kaufpreis richtet sich nach Umsatz, Patientenzahl, Lage und Fachgebiet, typischerweise liegt er beim 0,8- bis 1,5-fachen des Jahresumsatzes.
  • Die Kassenärztliche Vereinigung begleitet den Übergabeprozess formal und muss frühzeitig einbezogen werden.

Praxisübergabe in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand

Die Praxisübergabe ist ein komplexer Prozess, der weit mehr als die Unterzeichnung eines Kaufvertrags umfasst. Der abgebende Arzt trägt Verantwortung für die nahtlose Weiterversorgung seiner Patienten und muss gleichzeitig sicherstellen, dass er einen fairen Preis für sein Lebenswerk erhält.

Eine strukturierte Übergabe beginnt mit der Bewertung des Praxiswerts durch einen unabhängigen Gutachter oder eine spezialisierte Unternehmensberatung. Der ermittelte Wert bildet die Basis für die Kaufpreisverhandlung mit dem potenziellen Nachfolger. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Sachwert (Geräte, Inventar) und dem immateriellen Wert (Patientenstamm, Praxisruf, kassenärztliche Zulassung).

Die Übergangsphase, in der der abgebende Arzt noch parallel mit dem Nachfolger tätig ist, dauert typischerweise 3 bis 12 Monate. In dieser Zeit werden Patienten schrittweise übergeleitet, und der neue Inhaber kann Vertrauen aufbauen. Studien zeigen, dass eine Übergangzeit von mindestens 6 Monaten die Patientenbindungsrate signifikant erhöht.

Worauf Ärzte in der Phase Praxisabgabe besonders achten sollten

Mit der Praxisübergabe entstehen besondere Versicherungsfragen: Die Berufshaftpflicht muss nach der Übergabe auf Nachhaftung umgestellt werden, da Behandlungsfehler aus der aktiven Zeit noch Jahre nach der Abgabe geltend gemacht werden können. Ärzteversichert begleitet diesen Übergang und stellt sicher, dass der Versicherungsschutz lückenlos von der aktiven Phase in den Ruhestand übergeht.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist das Suchen eines Nachfolgers zu spät: Wer erst kurz vor dem Ruhestand sucht, hat wenig Verhandlungsmacht und muss möglicherweise erhebliche Preisabschläge akzeptieren. Ein zweiter Fehler ist das Vernachlässigen der steuerlichen Gestaltung: Der Veräußerungsgewinn sollte frühzeitig mit einem Steuerberater geplant werden.

Fazit

Eine gut geplante Praxisübergabe ist das Geschenk an die Patienten, den Nachfolger und an sich selbst. Früh anfangen lohnt sich immer. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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