Als Facharzt steigen Einkommen und damit auch die Beitragsmöglichkeiten für die private Altersvorsorge sprunghaft. Die private Rentenversicherung kann eine sinnvolle Ergänzung zum Versorgungswerk sein, wenn sie richtig ausgewählt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die private Rentenversicherung ergänzt das Versorgungswerk als zweite Einkommensquelle im Ruhestand
  • Fondsgebundene Policen bieten langfristig bessere Renditechancen als klassische Garantieprodukte
  • Die Entscheidung zwischen lebenslanger Rente und Einmalauszahlung sollte frühzeitig geplant werden

Private Rentenversicherung in der Phase Facharzt

Ein Facharzt mit einem Bruttoeinkommen von 7.000 bis 9.000 Euro monatlich kann nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Lebenshaltungskosten monatlich 500 bis 1.500 Euro in eine private Rentenversicherung investieren. Bei einer Laufzeit von 30 Jahren und einer fondsgebundenen Anlagerendite von 6 Prozent ergibt das ein Kapital von 500.000 bis 1,5 Millionen Euro.

Bei der Auswahl einer privaten Rentenversicherung gibt es zwei grundlegende Optionen: klassische Versicherungen mit Garantieverzinsung und fondsgebundene Rentenversicherungen. Klassische Produkte bieten Planungssicherheit, aber geringe Renditen von 0,5 bis 2 Prozent. Fondsgebundene Policen mit ETF-Auswahl bieten höhere Renditechancen bei entsprechendem Risiko, sind aber über einen langen Anlagehorizont von 30 Jahren deutlich rentabler.

Steuerlich sind private Rentenversicherungen nach der Reform 2005 weniger attraktiv als früher. Verträge, die nach 2005 abgeschlossen werden, unterliegen bei Kapitalauszahlung dem Halbeinkünfteverfahren (wenn Laufzeit mindestens 12 Jahre und Rentenbeginn nach 62), bei Rentenzahlung der günstigen Ertragsanteilsbesteuerung.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Wer eine private Rentenversicherung abschließt, sollte die Kosten genau prüfen. Abschlusskosten und laufende Verwaltungsgebühren können bei klassischen Versicherungen 1,5 bis 3 Prozent des Beitragswerts jährlich ausmachen, was die Rendite erheblich schmälert. Ärzteversichert vergleicht auf Anfrage aktuelle Tarife und zeigt auf, welche Produkte das beste Kosten-Leistungs-Verhältnis bieten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Abschließen einer kapitalbildenden Lebensversicherung anstelle einer reinen Rentenversicherung. Lebensversicherungen kombinieren Todesfallschutz und Sparanteil, was teurer ist als beides separat zu kaufen.

Ebenfalls problematisch: das Abschließen zu früh oder mit zu strikten Beitragsvereinbarungen ohne Anpassungsmöglichkeiten. Im Laufe der Facharzttätigkeit verändert sich das Einkommen, und eine starre Policenstruktur lässt sich dann schwer anpassen.

Fazit

Eine private Rentenversicherung ist für Fachärzte sinnvoll als Ergänzung zum Versorgungswerk, wenn die Kosten stimmen und das Produkt zum Anlagehorizont passt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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