Mit der Niederlassung beginnt eine neue Phase der Altersvorsorge. Die Beiträge zum Versorgungswerk steigen, und gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten zur steuerlichen Gestaltung. Eine private Rentenversicherung kann die Versorgungslücke ergänzend schließen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zum Niederlassungsstart steigen die Versorgungswerk-Beiträge deutlich an
- Eine Rürup-Rente als fondsgebundene Rentenversicherung ist für niedergelassene Ärzte steuerlich besonders attraktiv
- Flexible Beitragshöhen ermöglichen es, die Altersvorsorge an Praxisumsätze anzupassen
Private Rentenversicherung in der Phase Niederlassungsstart
Als frisch niedergelassener Arzt verändert sich Ihre Altersvorsorgesituation grundlegend. Sie zahlen nun als Selbstständiger die vollen Versorgungswerk-Beiträge: Bei einem Praxisgewinn von 80.000 Euro jährlich entspricht das etwa 14.400 Euro pro Jahr (18 Prozent). Das ist der Basisbaustein Ihrer Altersvorsorge.
Eine private Rentenversicherung als Ergänzung zum Versorgungswerk kann dabei helfen, die verbleibende Rentenlücke zu schließen. Besonders geeignet ist für niedergelassene Ärzte die Rürup-Rente (Basisrente): Die Beiträge sind 2025 bis zu 27.566 Euro jährlich als Sonderausgaben absetzbar. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent spart ein Rürup-Beitrag von 10.000 Euro sofort 4.200 Euro Einkommensteuer. Effektiv kostet dieser Beitrag also nur 5.800 Euro netto.
Fondsgebundene Rürup-Varianten bieten langfristig attraktive Renditechancen: Bei einem monatlichen Beitrag von 500 Euro über 30 Jahre und 6 Prozent Rendite ergibt sich ein Kapital von circa 500.000 Euro, das dann in eine lebenslange Rente umgewandelt wird.
Wichtig beim Niederlassungsstart ist die Flexibilität: In den ersten Jahren schwankt der Praxisgewinn. Wählen Sie deshalb Verträge, bei denen der Beitrag innerhalb einer Bandbreite angepasst werden kann, ohne dass der Vertrag storniert werden muss. Viele moderne Tarife erlauben eine Beitragsschwankung von 50 Prozent nach oben und unten.
Worauf niedergelassene Ärzte beim Start besonders achten sollten
Stimmen Sie die private Rentenversicherung mit Ihrem Steuerberater ab, um die Sonderausgabenabzüge optimal zu nutzen. Ärzteversichert vergleicht Rürup- und klassische Rentenversicherungstarife und hilft Ihnen, die optimale Kombination aus Versorgungswerk und privater Rentenversicherung für Ihre Praxissituation zu finden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele frisch niedergelassene Ärzte setzen ausschließlich auf das Versorgungswerk und vernachlässigen private Ergänzungsvorsorge. Ein weiterer Fehler ist, teure kapitalbildende Lebensversicherungen abzuschließen, statt steuerlich effizientere Rürup-Lösungen zu nutzen.
Fazit
Eine private Rentenversicherung ergänzt zum Niederlassungsstart das Versorgungswerk und ermöglicht steuerliche Optimierung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesfinanzministerium – Rürup-Rente
- GDV – Rentenversicherung
- ABV – Versorgungswerke
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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