Als Chefarzt stehen Sie im Zentrum zahlreicher rechtlicher Risiken: Streitigkeiten mit dem Krankenhaus über Vergütung und Vertrag, Behandlungsfehlerklagen von Patienten, Konflikte mit Mitarbeitern und berufsrechtliche Verfahren. Eine umfassende Rechtsschutzversicherung ist in dieser Position keine Ergänzung, sondern eine Notwendigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Rechtsschutzversicherung für Chefärzte sollte Arbeitsrecht, Berufsrecht und Strafrechtsschutz umfassen
- Die Kosten liegen typischerweise zwischen 400 und 1.200 Euro jährlich für einen umfassenden Schutz
- Vorstandsrechtliche und D&O-Risiken sind meist nicht in der klassischen Rechtsschutzversicherung enthalten
Rechtsschutzversicherung in der Phase Chefarzt
Als Chefarzt schließen Sie oft privilegierte Einzelverträge mit dem Krankenhaus ab, die bei Vertragsstreitigkeiten rechtlich komplex sein können. Gleichzeitig sind Sie als leitender Arzt mit Weisungsbefugnis gegenüber Mitarbeitern arbeitsrechtlichen Risiken ausgesetzt: Kündigungsschutzklagen, Mobbing-Vorwürfe oder Diskriminierungsvorwürfe können auch leitende Ärzte treffen.
Eine gute Rechtsschutzversicherung für Chefärzte deckt mindestens folgende Bereiche ab: Berufsrecht (Verfahren vor der Ärztekammer), Arbeitsrecht (sowohl als Arbeitgeber als auch als Arbeitnehmer), Strafrechtsschutz (bei Fahrlässigkeitsvorwürfen), Sozialgerichtsbarkeit und Vertragsrecht. Die Deckungssumme sollte mindestens 300.000 bis 500.000 Euro betragen.
Nicht zu verwechseln mit der Rechtsschutzversicherung ist die Berufshaftpflichtversicherung: Diese deckt Schadensersatzansprüche von Patienten. Die Rechtsschutzversicherung hingegen übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten, wenn Sie Ihre eigenen Rechte verteidigen oder durchsetzen müssen.
Worauf Chefärzte besonders achten sollten
Achten Sie darauf, dass die Rechtsschutzversicherung auch Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren abdeckt, denn gerade bei Behandlungsfehlern oder Dokumentationsproblemen kann es zu staatsanwaltlichen Ermittlungen kommen. Ärzteversichert vergleicht Tarife mit arztspezifischen Erweiterungen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Viele Chefärzte verlassen sich auf den Rechtsschutz des Krankenhauses, der im Interessenkonflikt mit dem Arbeitgeber jedoch nicht greift. Außerdem werden berufsrechtliche Verfahren oft vergessen, obwohl diese besonders für den Fortbestand der Zulassung relevant sind.
Fazit
Eine maßgeschneiderte Rechtsschutzversicherung schützt Chefärzte in einem Berufsumfeld mit wachsendem Rechtsstreitrisiko. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Berufsrecht
- GDV – Rechtsschutzversicherung
- BaFin – Versicherungsrecht
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →