Mit der Facharztanerkennung beginnt eine Phase erhöhter rechtlicher Exposition: Mehr Patientenkontakt, Teamverantwortung und in manchen Fällen auch Gutachtertätigkeiten erhöhen das Risiko, in rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt zu werden. Eine passende Rechtsschutzversicherung ist deshalb kein Luxus, sondern eine Basisabsicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beruflicher Rechtsschutz deckt Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber, Patienten oder Behörden ab, sofern die richtige Klausel vereinbart ist
  • Die Wartezeit für Versicherungsleistungen beträgt in der Regel drei Monate, weshalb der Abschluss nicht im Akutfall erfolgen sollte
  • Rechtsschutzversicherungen decken in der Regel keine aktiven Behandlungsfehlervorwürfe ab, hierfür ist die Berufshaftpflicht zuständig

Rechtsschutzversicherung in der Phase als Facharzt

Fachärzte in Kliniken sind häufig in Arbeitsrechtsstreitigkeiten involviert, etwa bei strittigen Zeugnissen, Abmahnungen oder Vergütungsfragen. Außerdem können Konflikte mit der Ärztekammer über Fortbildungspflichten oder Berufsordnungsverstöße entstehen. Eine Rechtsschutzversicherung mit Berufsteil übernimmt in solchen Fällen Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten, die schnell 5.000 bis 20.000 Euro betragen können.

Für Fachärzte, die als Gutachter tätig sind, ist ein zusätzlicher Gutachter-Rechtsschutz sinnvoll. Gutachten führen bei fehlerhaften Einschätzungen mitunter zu Schadensersatzansprüchen, die von normalen Berufshaftpflichtpolicen nicht immer abgedeckt werden. Auch der private Rechtsschutz sollte auf aktuellem Stand sein: Verkehrsrechtsschutz, Wohnrechtsschutz und allgemeiner Zivilrechtsschutz schließen Lücken im Alltag.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Nicht jede Rechtsschutzversicherung deckt ärztliche Tätigkeiten vollumfänglich ab. Viele allgemeine Berufsrechtsschutztarife schließen Heilberufe explizit aus oder bieten nur eingeschränkten Schutz. Ärzteversichert empfiehlt daher, einen auf Heilberufe spezialisierten Tarif zu wählen, der auch Streitigkeiten aus dem Vertragsarztrecht und dem Standesrecht einschließt.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist der Abschluss im Anlassfall, also genau dann, wenn ein Streit schon begonnen hat. Da alle Rechtsschutzversicherungen eine Wartezeit von drei Monaten vorsehen, greift die Versicherung dann nicht. Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von Rechtsschutz und Berufshaftpflicht: Wer denkt, die Berufshaftpflicht decke auch Arbeitsrechtsstreitigkeiten ab, erlebt im Schadenfall eine böse Überraschung.

Fazit

Eine gut ausgewählte Rechtsschutzversicherung schützt Fachärzte vor finanziellen Belastungen durch juristische Auseinandersetzungen in Beruf und Alltag. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →