Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem gewünschten Ruhestandseinkommen und der voraussichtlichen Versorgungswerksrente. Als Assistenzarzt früh damit auseinanderzusetzen, ist der erste Schritt zu einer fundierten Altersvorsorge-Strategie. Je früher die Lücke bekannt ist, desto niedrigschwelliger lässt sie sich schließen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Versorgungswerk zahlt nach 35 Jahren Beitrag ca. 3.000 bis 4.500 Euro monatlich
  • Gewünschtes Ruhestandsnetto abzüglich Versorgungswerksrente ergibt die Rentenlücke
  • Früher Beginn der Zusatzvorsorge reduziert den monatlichen Sparbedarf erheblich

Rentenlücke berechnen in der Phase Assistenzarzt

Die Berechnung der Rentenlücke beginnt mit einer Schätzung des gewünschten Nettoeinkommens im Ruhestand. Als Faustregel gilt 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens als Zielwert. Bei einem Facharztgehalt von 5.000 Euro netto monatlich wäre das Ruhestandsziel 3.500 bis 4.000 Euro netto monatlich.

Die voraussichtliche Versorgungswerksrente lässt sich über die jährliche Renteninformation des Versorgungswerks abschätzen. Nach 35 Jahren Höchstbeitrag sind 3.000 bis 4.500 Euro monatlich realistisch, aber dieser Betrag ist steuerpflichtig. Netto bleiben nach Abzug von Einkommensteuer (ca. 15 bis 25 Prozent auf die Rentenanteile) und Kranken- sowie Pflegeversicherungsbeiträge ca. 2.200 bis 3.600 Euro monatlich übrig.

Die Lücke zwischen gewünschten 3.500 Euro und tatsächlichen 2.800 Euro netto ergibt eine Rentenlücke von ca. 700 Euro monatlich. Um diese Lücke durch einen ETF-Sparplan zu schließen, der 30 Jahre läuft und jährlich 7 Prozent Rendite erwirtschaftet, sind monatliche Raten von ca. 185 Euro notwendig. Je später der Start, desto höher muss die monatliche Rate sein.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte sollten die Rentenlückenberechnung alle fünf Jahre wiederholen, da sich Einkommens- und Lebensplanung verändern. Ärzteversichert bietet eine individuelle Rentenlückenanalyse an und hilft dabei, den optimalen Vorsorgemix aus Versorgungswerk, Rürup-Rente und Kapitalmarktanlage zu bestimmen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind die Unterschätzung der Steuerlast auf die Versorgungswerksrente sowie das Ignorieren von Inflationseffekten, die die Kaufkraft der Rente reduzieren.

Fazit

Die Rentenlücke früh zu berechnen und zu schließen ist eine der klügsten finanziellen Entscheidungen im Assistenzarztstatus. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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