Die Rentenlücke bezeichnet den Unterschied zwischen dem Einkommen im Ruhestand und dem letzten Nettoeinkommen im Beruf. Für Fachärzte fällt diese Lücke in der Regel erheblich aus, weil das Berufseinkommen hoch ist, während das Versorgungswerk die Rente nach oben begrenzt. Wer die Lücke früh kennt, kann rechtzeitig gegensteuern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Versorgungswerksrente beträgt in der Regel 40 bis 60 Prozent des letzten Bruttolohns, je nach Beitragsjahren
  • Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem gewünschten Ruhestandseinkommen und der tatsächlichen Rente
  • Bereits mit 35 Jahren ist es sinnvoll, die Rentenlücke zu berechnen und mit Sparplänen zu füllen

Rentenlücke berechnen in der Phase Facharzt

Ein Facharzt mit 8.000 Euro brutto monatlich hat nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben ein Nettoeinkommen von etwa 5.000 bis 5.500 Euro. Im Ruhestand benötigen die meisten Menschen rund 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, also etwa 3.500 bis 4.400 Euro monatlich. Das Versorgungswerk zahlt nach 35 Beitragsjahren eine monatliche Rente von durchschnittlich 2.500 bis 3.500 Euro, je nach Versorgungswerk und Beitragshöhe.

Die Rentenlücke beträgt damit realistisch 500 bis 1.500 Euro monatlich, über eine Rentenphase von 20 bis 25 Jahren sind das 120.000 bis 450.000 Euro, die zusätzlich gespart werden müssen. Wer mit 35 Jahren anfängt, hat 30 Jahre Zeit, diesen Betrag aufzubauen. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von 5 Prozent würde eine monatliche Sparrate von 500 Euro nach 30 Jahren auf rund 415.000 Euro anwachsen.

Diese Rechnung zeigt: Der Unterschied zwischen einem frühen und einem späten Start beim Schließen der Rentenlücke ist erheblich. Wer mit 45 statt 35 beginnt, muss für dasselbe Ergebnis fast doppelt so viel monatlich sparen.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Die Rentenlückenberechnung sollte realistische Annahmen treffen: Inflation von 2 bis 3 Prozent jährlich, eine konservative Renditeerwartung und eine Lebenserwartung von 85 bis 90 Jahren. Ärzteversichert erstellt auf Wunsch eine individuelle Rentenlückenanalyse, die alle Einkunftsquellen im Ruhestand berücksichtigt und einen konkreten Sparplan ableitet.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein klassischer Fehler ist die Unterschätzung der Inflation: Wer heute 3.500 Euro monatlich im Ruhestand anpeilt, braucht in 30 Jahren bei 2 Prozent Inflation rund 6.300 Euro, um denselben Lebensstandard zu halten. Die Rentenlückenrechnung muss deshalb inflationsbereinigt erfolgen.

Ebenfalls häufig: das Vergessen der Krankenversicherungskosten im Ruhestand. PKV-Beiträge für Rentner können 600 bis 1.000 Euro monatlich betragen und müssen in der Planung berücksichtigt werden.

Fazit

Die Rentenlücke zu kennen ist der erste Schritt zum gezielten Gegensteuern. Für Fachärzte ist dieser Schritt am sinnvollsten spätestens mit 35 bis 40 Jahren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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