Als Oberarzt verdienen Sie deutlich mehr als in früheren Karrierephasen, zahlen dafür aber auch höhere Beiträge ins Versorgungswerk. Trotzdem klafft bei vielen Oberärzten eine erhebliche Lücke zwischen dem späteren Versorgungswerk-Rentenniveau und dem gewohnten Lebensstandard.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ärzte sind in der Regel Pflichtmitglieder des ärztlichen Versorgungswerks, nicht der gesetzlichen Rentenversicherung
  • Die durchschnittliche Versorgungswerk-Rente liegt je nach Beitragsjahren und Bundesland bei 3.000 bis 5.000 Euro monatlich
  • Die Rentenlücke ergibt sich aus der Differenz zwischen gewünschtem Renteneinkommen und erwarteter Versorgungswerk-Leistung

Rentenlücke in der Phase Oberarzt

Oberärzte an deutschen Universitätskliniken und Krankenhäusern verdienen laut Tarifvertrag der Länder (TV-Ärzte/TdL) zwischen 7.500 und 10.000 Euro brutto monatlich, zuzüglich Zulagen. Das entspricht einem Nettoeinkommen von etwa 4.500 bis 6.000 Euro. Um im Ruhestand 80 Prozent dieses Lebensstandards zu halten, wäre ein monatliches Renteneinkommen von 3.600 bis 4.800 Euro nötig.

Die Versorgungswerke der Ärzte bieten im Bundesdurchschnitt bei 40 Beitragsjahren und vollem Beitrag eine monatliche Rente von etwa 4.000 Euro. Wer jedoch durch Teilzeit, Elternzeit oder Auslandsaufenthalte Lücken in der Beitragshistorie hat, erhält deutlich weniger. Die individuelle Rentenlücke lässt sich mit der Formel berechnen: Gewünschtes Renteneinkommen minus erwartete Versorgungswerk-Rente minus etwaige andere Einkünfte.

Als Oberarzt haben Sie noch ausreichend Zeit und Einkommen, um bestehende Lücken zu schließen, zum Beispiel durch Rürup-Rente, ETF-Sparpläne oder Immobilieninvestitionen. Der Vorteil einer frühen Planung liegt im Zinseszinseffekt: Wer mit 40 Jahren 500 Euro monatlich zusätzlich anspart, erreicht bei 5 Prozent jährlicher Rendite nach 25 Jahren ein Kapital von rund 298.000 Euro.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Viele Oberärzte verlassen sich darauf, dass das Versorgungswerk ausreichend absichert, ohne die tatsächlichen Leistungen je berechnet zu haben. Ärzteversichert hilft dabei, die individuelle Rentenlücke konkret zu ermitteln und maßgeschneiderte Ergänzungsstrategien zu entwickeln.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist das Aufschieben der Rentenplanung bis zur Facharztweiterbildung oder zur Niederlassung. Jedes Jahr, das beim Vermögensaufbau verloren geht, kostet im Ruhestand spürbar mehr. Auch die steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten der Rürup-Rente werden von Oberärzten häufig nicht ausgeschöpft.

Fazit

Wer als Oberarzt seine Rentenlücke kennt und gegensteuert, sichert sich einen entspannten Ruhestand ohne finanzielle Einschränkungen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →