Im Praktischen Jahr liegt der Ruhestand noch 40 Jahre in der Zukunft. Trotzdem ist das Verständnis des Konzepts der Rentenlücke in dieser Phase wertvoll, weil frühzeitiges Handeln die größten Auswirkungen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im PJ wird noch keine Rentenanwartschaft im Versorgungswerk aufgebaut
  • Wer den Zinseszinseffekt versteht, begreift, warum ein früher Start mit kleinen Beträgen langfristig viel bringt
  • Die spätere Rentenlücke eines Arztes liegt typischerweise bei 1.500 bis 5.000 Euro monatlich

Rentenlücke berechnen in der Phase PJ (Praktisches Jahr)

Die Rentenlücke beschreibt die Differenz zwischen dem gewünschten monatlichen Einkommen im Ruhestand und der tatsächlichen Rente aus dem Versorgungswerk. Für einen angehenden Arzt, der später als Facharzt 6.000 Euro netto verdienen wird, beträgt das angestrebte Ruhestandseinkommen etwa 4.200 Euro monatlich (70 Prozent des letzten Nettoeinkommens). Das Versorgungswerk wird nach 35 Beitragsjahren vielleicht 2.500 bis 3.000 Euro liefern. Die Rentenlücke liegt damit bei 1.200 bis 1.700 Euro monatlich.

Diese Lücke über 25 Rentenjahre zu schließen bedeutet, zusätzlich 360.000 bis 510.000 Euro anzusparen. Wer mit 26 Jahren beginnt, hat 41 Jahre bis zum Rentenalter 67. Bei einer Rendite von 6 Prozent jährlich muss er dafür nur etwa 170 bis 250 Euro monatlich anlegen. Wer erst mit 40 beginnt, braucht dafür 600 bis 900 Euro monatlich für dasselbe Ziel.

Das Praktische Jahr ist der Moment, in dem man diesen Mechanismus zum ersten Mal wirklich versteht. Wer im PJ mit einem kleinen Sparplan von 25 bis 50 Euro anfängt, profitiert von 40 Jahren Zinseszinseffekt und legt einen psychologisch wichtigen Grundstein.

Worauf PJler besonders achten sollten

Im PJ sind die wichtigsten Schritte: erstens das Verstehen des Versorgungswerkssystems, zweitens das Kennenlernen der verschiedenen Anlageinstrumente für die Ergänzung, und drittens das Meiden von teuren Produktabschlüssen, die Provisionen generieren, aber keine Rendite. Ärzteversichert berät auch junge Mediziner am Anfang ihrer Karriere zu den Grundlagen der Altersvorsorgeplanung.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Denken, dass die Rentenlücke erst kurz vor dem Ruhestand relevant ist. Je später man damit beginnt, desto teurer wird das Schließen der Lücke.

Ebenfalls problematisch: das übertriebene Sparen auf Kosten der Lebensqualität im PJ. Mit einem Stipendium von 600 Euro monatlich kann man realistischerweise 25 bis 50 Euro sparen. Mehr ist nicht notwendig und nicht sinnvoll.

Fazit

Die Rentenlücke im PJ zu verstehen ist das Fundament für lebenslang kluges Sparen. Wer früh versteht, muss später wenig nachbessern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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