Im Übergang zur Praxisabgabe und im Ruhestand ist eine genaue Berechnung der Rentenlücke entscheidend. Jetzt wissen Sie, was Sie aus dem Versorgungswerk erhalten werden, und können konkret planen, ob und wie die verbleibende Lücke geschlossen werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Ruhestand sollten alle Einnahmequellen (Versorgungswerk, private Renten, Mieteinnahmen, Kapitalerträge) gegenübergestellt werden
  • Die Rentenlücke ergibt sich aus dem Unterschied zwischen gewünschtem Nettobedarf und tatsächlichen Einnahmen
  • Praxisverkaufserlöse können als Kapitalstock genutzt werden, um die Lücke durch Entnahmen zu schließen

Rentenlücke berechnen in der Phase Praxisabgabe / Ruhestand

In dieser Karrierephase ist die Rentenlückenberechnung keine Projektion mehr, sondern Realität. Sie kennen den Versorgungswerk-Bescheid und können auf Basis tatsächlicher Zahlen planen. Eine typische Versorgungswerk-Rente für einen niedergelassenen Arzt, der 30 bis 40 Jahre eingezahlt hat, beträgt 3.500 bis 6.000 Euro monatlich brutto.

Addieren Sie alle monatlichen Renteneinkünfte: Versorgungswerk, eventuelle private Rentenversicherungen, Mieteinnahmen aus Immobilien und Kapitalerträge aus dem Vermögensstock. Dann ziehen Sie Ihren monatlichen Nettobedarf ab. Der Praxisverkaufserlös, z.B. 300.000 Euro, kann nach dem 4-Prozent-Prinzip 1.000 Euro monatlich als Entnahme liefern, ohne den Kapitalstock wesentlich zu gefährden.

Wichtig ist, Inflation und Langlebigkeit einzukalkulieren. Bei einer Lebenserwartung von 85 bis 90 Jahren und einem Renteneintritt mit 65 Jahren müssen die Einnahmen 20 bis 25 Jahre reichen. Eine Inflationsrate von 2 Prozent halbiert die Kaufkraft in etwa 35 Jahren, was bei langfristiger Ruhestandsplanung berücksichtigt werden muss.

Worauf Ärzte in der Praxisabgabe besonders achten sollten

Erstellen Sie einen vollständigen Ruhestandsplan, der alle Einnahmen und Ausgaben über die voraussichtliche Rentenphase projiziert. Ärzteversichert unterstützt Sie dabei, verbleibende Absicherungslücken zu identifizieren und mit geeigneten Produkten zu schließen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Ärzte überschätzen die tatsächliche Versorgungswerk-Rente und planen auf Basis von Hochrechnungen statt von Bescheiden. Außerdem wird die Steuerbelastung auf Renten und Kapitalerträge im Ruhestand oft unterschätzt.

Fazit

Eine genaue Rentenlückenberechnung im Übergang zum Ruhestand ermöglicht gezielte Maßnahmen zur Schließung verbleibender Lücken. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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