Wer den ärztlichen Beruf für mehrere Jahre unterbrochen hat, kehrt nicht nur in den Klinikalltag zurück, sondern auch in ein Rentensystem mit Lücken. Diese Lücken zu kennen und gezielt zu schließen, ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Wiedereinstieg.

Das Wichtigste in Kürze

  • Jedes Jahr Berufspause bedeutet fehlende Einzahlungen ins Versorgungswerk, was die spätere Rentenhöhe messbar reduziert
  • Viele Versorgungswerke erlauben freiwillige Nachzahlungen, die die entstandenen Lücken teilweise schließen
  • Eine realistische Rentenlückenberechnung vergleicht den erwarteten Versorgungswerksanspruch mit dem gewünschten Ruhestandseinkommen

Rentenlücke berechnen in der Phase des Wiedereinstiegs

Das Versorgungswerk errechnet die spätere Rente aus den eingezahlten Beiträgen über die gesamte Berufskarriere. Wer für drei Jahre aussetzt, verliert je nach Versorgungswerk und Beitragshöhe zwischen 200 und 500 Euro monatlicher Rente. Bei einem Berufsausfall von einem Jahr bei einem Einkommen von 80.000 Euro brutto bedeutet das Beitragsausfälle von etwa 8.000 bis 12.000 Euro, was sich in einer Rentenlücke von rund 100 bis 150 Euro monatlich niederschlägt.

Die Berechnung der Rentenlücke folgt einem einfachen Schema: Erwartete Versorgungswerksrente (aus dem letzten Rentenbescheid des Versorgungswerks) plus gesetzliche Rente (sofern vorhanden) ergibt die Rentenerwartung. Diese wird mit dem gewünschten Ruhestandseinkommen verglichen, das in der Regel 70 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens entsprechen sollte. Die Differenz ist die monatliche Rentenlücke, die durch private Vorsorge geschlossen werden muss.

Worauf Wiedereinsteiger bei der Rentenplanung besonders achten sollten

Beim Wiedereinstieg sollte die erste Handlung nach der Stellenzusage die Anforderung eines aktuellen Versorgungswerk-Bescheids sein. Dieser zeigt die aktuell erwartete Rente und die bisherigen Beitragsjahre. Ärzteversichert bietet spezifische Rentenplanungsberatungen an, die die Versorgungslücke aus der Berufspause quantifizieren und Handlungsoptionen aufzeigen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Der häufigste Fehler ist das Ausblenden des Rentenproblems beim Wiedereinstieg, weil der Fokus auf der Rückkehr in den Beruf liegt. Gerade aber die Zeit direkt nach dem Wiedereinstieg ist ideal für Nachzahlungen ins Versorgungswerk, da das wiedergewonnene Einkommen noch keine neuen finanziellen Verpflichtungen mit sich bringt. Ein weiterer Fehler ist das Vergessen privater Rentenverträge, die während der Pause möglicherweise beitragsfrei gestellt wurden und reaktiviert werden sollten.

Fazit

Wer die Rentenlücke aus dem Wiedereinstieg frühzeitig berechnet und gezielte Maßnahmen ergreift, schützt seinen Ruhestand vor dauerhaften Versorgungslücken. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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