Die Rürup-Rente bietet steuerliche Vorteile, die für Assistenzärzte jedoch nur begrenzt relevant sind. Dennoch lohnt es sich, die Grundlagen zu kennen, um in späteren Karrierephasen fundiert entscheiden zu können.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rürup-Rente ist für Assistenzärzte mit mittlerem Steuersatz weniger attraktiv als für Fach- oder Chefärzte
- Der Steuervorteil der Rürup-Rente steigt mit dem Grenzsteuersatz
- In der Assistenzarztphase ist der Aufbau eines Notgroschens und einer BU-Versicherung prioritär
Rürup-Rente in der Phase Assistenzarzt
Die Rürup-Rente (Basisrente) ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das besonders für Selbstständige und Gutverdiener attraktiv ist. Für Assistenzärzte mit einem Jahresbruttoeinkommen von 60.000 bis 70.000 Euro liegt der Grenzsteuersatz bei 30 bis 35 Prozent. Bei einem monatlichen Rürup-Beitrag von 200 Euro ergibt sich eine monatliche Steuerersparnis von 60 bis 70 Euro, was dem Niveau anderer Sparprodukte entspricht, ohne die Vorteile deutlich zu übersteigen.
Die Rürup-Rente bindet Kapital langfristig: Das angesparte Guthaben kann nicht vorzeitig ausgezahlt werden und ist erst ab dem 62. Lebensjahr als monatliche Rente verfügbar. Diese Illiquidität ist für Assistenzärzte, die noch Studienkredite abbezahlen und einen Notgroschen aufbauen müssen, oft ein Nachteil.
Für Assistenzärzte, die später in die Selbstständigkeit wechseln wollen, kann es dennoch sinnvoll sein, früh eine Rürup-Rente abzuschließen. Der Vorteil ist dann, dass bei Selbstständigkeit und höherem Grenzsteuersatz die steuerliche Absetzbarkeit maximiert werden kann, während man von einer langen Ansparphase und potenziell niedrigeren Kosten durch frühen Abschluss profitiert.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Vor einer Rürup-Rente sollten folgende Prioritäten gesetzt werden: erstens Notgroschen aufbauen, zweitens BU-Versicherung abschließen, drittens Versorgungswerk-Beiträge sicherstellen. Erst wenn diese Grundlagen stehen, macht eine Rürup-Rente für Assistenzärzte Sinn. Ärzteversichert hilft bei der Priorisierung der verschiedenen Finanzbausteine.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist der Abschluss einer Rürup-Rente auf Rat eines Bankberaters, bevor dringendere Grundlagen wie BU-Versicherung und Notgroschen vorhanden sind.
Fazit
Die Rürup-Rente ist für Assistenzärzte kein prioritäres Instrument, aber das frühzeitige Verständnis des Produkts zahlt sich in späteren Karrierephasen mit höherem Steuersatz aus. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen – Basisrente
- GDV – Rürup-Rente Grundlagen
- Bundesärztekammer – Altersvorsorge für Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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