Im Praktischen Jahr liegt das monatliche Stipendium zwischen 400 und 800 Euro, der Steuerbonus einer Rürup-Rente ist in dieser Phase minimal. Trotzdem lohnt es sich, das Konzept jetzt zu verstehen, denn die Entscheidung für oder gegen eine Rürup-Rente wird wenige Jahre später, nach der Approbation, sehr relevant.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im PJ ist das zu versteuernde Einkommen so gering, dass ein Rürup-Vertrag kaum Steuervorteile bringt
  • Wer frühzeitig einen günstigen Fondssparplan-Vertrag abschließt, profitiert jedoch vom langen Anlagezeitraum
  • Die Rürup-Rente ist besonders attraktiv für spätere Selbstständige ohne Versorgungswerksanschluss

Rürup-Rente in der Phase PJ (Praktisches Jahr)

Die Rürup-Rente, formal Basisrente genannt, ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt für Selbstständige und Freiberufler. Beiträge können bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 29.344 Euro (2025, für Ledige) steuerlich abgesetzt werden, wobei im Jahr 2025 bereits 100 Prozent des Beitrags als Sonderausgabe anerkannt werden.

Im PJ verdient man jedoch kaum genug, um von diesem Steuervorteil zu profitieren. Das Stipendium von 400 bis 800 Euro monatlich liegt weit unter dem Grundfreibetrag von 12.084 Euro (2025). Ein Rürup-Vertrag würde in dieser Phase kaum Steuern sparen. Sinnvoller ist es daher, die Grundlagen zu verstehen und mit dem Abschluss auf den Beginn der Assistenzarztzeit zu warten, wenn das Gehalt deutlich höher ist.

Wer trotzdem im PJ einen Vertrag abschließt, sollte auf sehr niedrige Mindestbeiträge von 25 Euro monatlich und flexible Zuzahlungsmöglichkeiten achten, damit der Vertrag nach der Approbation problemlos hochgefahren werden kann. Fondsgebundene Rürup-Verträge mit ETF-Auswahl sind dabei tendenziell günstiger als klassische Rentenversicherungen.

Worauf PJler besonders achten sollten

Im PJ ist Altersvorsorge kein akutes Thema, aber das Informieren schadet nicht. Wer später in die Niederlassung wechselt, ist nicht mehr Pflichtmitglied im Versorgungswerk und muss sich selbst um die Altersvorsorge kümmern. In diesem Fall wird die Rürup-Rente zu einem zentralen Instrument. Ärzteversichert berät auch Berufseinsteiger zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Altersvorsorgeprodukte, damit später keine falschen Abschlüsse gemacht werden.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Der häufigste Fehler ist das unbedachte Abschließen eines Rürup-Vertrags im PJ auf Empfehlung eines Bankberaters, der das Produkt provisionsorientiert anbietet. Wer einen Vertrag abschließt, ohne das Thema zu verstehen, zahlt möglicherweise jahrelang in ein suboptimales Produkt ein.

Ein weiterer Fehler ist das Verwechseln von Rürup-Rente und Riester-Rente: Die Riester-Rente ist für Arbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen konzipiert, nicht für Selbstständige. Wer später niedergelassen ist, kann von Riester-Förderung nicht profitieren.

Fazit

Im PJ ist die Rürup-Rente noch kein brennendes Thema, aber das Verständnis der Grundlagen legt die Basis für kluge Entscheidungen nach der Approbation. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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