Nach dem Facharztabschluss haben viele Ärzte erstmals das Gefühl, sich eine Auszeit leisten zu können. Ein Sabbatical bietet die Möglichkeit zur Erholung, zur Neu-Orientierung oder zur Erfüllung lange gehegter Pläne. Gleichzeitig bringt eine Auszeit in der ärztlichen Karriere spezifische Herausforderungen mit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Sabbatical als Facharzt ist möglich, aber rechtlich und finanziell vorzubereiten: Kündigung mit anschließender Neuanstellung, unbezahlter Urlaub oder Arbeitszeitreduzierung sind mögliche Modelle.
  • Während eines Sabbaticals entfallen Versorgungswerkbeiträge, was zu Rentenanwartschaftslücken führt, die durch freiwillige Beiträge teilweise geschlossen werden können.
  • Der Facharzt-Status bleibt während einer Pause erhalten, aber die Fortbildungspflicht (250 CME-Punkte in 5 Jahren) läuft weiter.

Sabbatical in der Phase Facharzt

Fachärzte, die eine Auszeit planen, stehen vor der Frage der Vertragsgestaltung. Der einfachste Weg ist ein Arbeitszeitkonto, auf dem Überstunden angespart und dann als Freizeit genommen werden. Viele Krankenhäuser bieten mittlerweile auch Modelle für unbezahlten Urlaub von 3 bis 12 Monaten an, die die Rückkehr in die bisherige Stelle oder eine vergleichbare Stelle garantieren.

Bei einer vollständigen Kündigung hat man mehr Freiheit, aber kein garantiertes Rückkehrrecht. Da der Facharzt-Markt in vielen Fachgebieten angespannt ist, finden die meisten Fachärzte nach einem Sabbatical schnell eine neue Stelle, oft sogar mit besseren Konditionen als zuvor.

Finanziell sollte das Sabbatical 6 bis 12 Monate im Voraus vorbereitet sein: Ein finanzieller Puffer von mindestens 3 Nettomonatsgehältern (bei einem Facharztgehalt von 6.000 Euro netto also 18.000 Euro) erlaubt eine Auszeit ohne finanziellen Druck. Während des Sabbaticals entfallen in der Regel Versorgungswerkbeiträge. Wer möchte, kann freiwillige Beiträge ans Versorgungswerk leisten, um die Rentenanwartschaft zu erhalten.

Worauf Fachärzte besonders achten sollten

Krankenversicherung und BU-Versicherung müssen während des Sabbaticals weiter laufen. Wer in der PKV ist, zahlt volle Beiträge auch ohne Arbeitgeber-Anteil. Ärzteversichert empfiehlt, vor dem Sabbatical die Versicherungsstruktur zu überprüfen und gegebenenfalls Beiträge anzupassen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der CME-Fortbildungspflicht: Wer ein Jahr pausiert, muss trotzdem sicherstellen, dass die 250-Punkte-Pflicht in 5 Jahren erfüllt wird. Ein zweiter Fehler ist das Fehlende einer schriftlichen Vereinbarung über die Rückkehr in den Betrieb.

Fazit

Ein Sabbatical nach dem Facharztabschluss ist ein realistisches Ziel, wenn es strukturiert vorbereitet wird. Mit dem richtigen Modell und ausreichender finanzieller Reserve ist eine Auszeit ohne dauerhaften Karriereschaden möglich. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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