Ein Sabbatical vor der endgültigen Praxisabgabe oder als Übergangsphase in den Ruhestand kann sinnvoll sein, um zu regenerieren, neue Perspektiven zu gewinnen und den Abschied vom Berufsleben sanft zu gestalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein strukturiertes Sabbatical vor der Praxisabgabe kann Burnout nach einem langen Berufsleben verhindern und die Energie für eine geordnete Übergabe bereitstellen.
- Während eines Sabbaticals laufen Praxiskosten weiter, sofern die Praxis nicht bereits vollständig übergeben ist.
- Die finanzielle Planung sollte die Lebenshaltungskosten für 6 bis 24 Monate ohne aktives Praxiseinkommen einbeziehen.
Sabbatical in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand
Viele Ärzte kommen nach einem intensiven Berufsleben erschöpft in die Praxisabgabephase. Ein Sabbatical als geplante Pause vor der endgültigen Übergabe kann helfen, den Übergang bewusst zu gestalten und den Abschied vom Arztberuf nicht als abrupten Bruch zu erleben.
Praktisch bedeutet ein Sabbatical in dieser Phase: Die Praxistätigkeit wird auf ein Minimum reduziert oder an einen Vertreter delegiert, während Sie sich erholen, reisen oder familiäre Ziele verfolgen. Die laufenden Praxiskosten (Personal, Miete, Leasing) bleiben in dieser Zeit bestehen, sofern die Praxis nicht bereits übergeben wurde. Bei Praxiskosten von 30.000 Euro monatlich und einem dreimonatigen Sabbatical entstehen 90.000 Euro Kosten, die aus Praxisrücklagen oder Privatvermögen gedeckt werden müssen.
Alternativ bietet sich ein Sabbatical unmittelbar nach der Praxisabgabe an: Mit dem Verkaufserlös in der Tasche, aber noch vor dem offiziellen Renteneintritt, kann eine Auszeit von 6 bis 12 Monaten als Übergangsphase den Übergang in den Ruhestand psychologisch erleichtern.
Worauf Ärzte in der Phase Praxisabgabe besonders achten sollten
Während eines Sabbaticals ohne aktive Praxistätigkeit sollte die Berufshaftpflicht auf Ruhebeitrag umgestellt oder die Nachhaftung geregelt werden. Ärzteversichert klärt die Details der Versicherungsumstellung für diese Phase und stellt sicher, dass keine Schutzlücken entstehen, insbesondere für Behandlungsschäden aus der aktiven Praxiszeit, die erst nach Jahren geltend gemacht werden.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Sabbatical ohne ausreichende Rücklage: Wer auf den Praxisverkaufserlös wartet und gleichzeitig Sabbatical macht, kann in Liquiditätsprobleme geraten, wenn der Verkauf sich verzögert. Ein zweiter Fehler ist das Vernachlässigen der steuerlichen Planung: Einnahmen aus der Praxis im Sabbaticaljahr können zu unerwarteten Steuernachzahlungen führen.
Fazit
Ein Sabbatical vor oder nach der Praxisabgabe ist eine bewusste Investition in die eigene Gesundheit und den gelungenen Übergang in den nächsten Lebensabschnitt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Ruhestand und Praxisabgabe
- Bundesministerium der Finanzen – Steuern im Ruhestand
- GDV – Versicherungsschutz im Ruhestand
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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