Das Sabbatical, also eine geplante Auszeit vom ärztlichen Beruf, wird unter Medizinerinnen und Medizinern immer populärer. Für den anschließenden Wiedereinstieg ist entscheidend, dass die berufliche und finanzielle Absicherung während der Auszeit lückenlos bleibt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Sabbatical müssen Fortbildungsnachweise auf dem aktuellen Stand sein, da nach einer langen Pause möglicherweise Nachschulungen erforderlich werden
  • Die Berufshaftpflicht sollte ruhend gestellt, aber nicht gekündigt werden, um Nachhaftungsrisiken abzusichern
  • Versorgungswerk-Beiträge laufen in der Regel nicht automatisch weiter und können bei einem Sabbatical von sechs Monaten oder länger zu Rentenlücken führen

Sabbatical in der Phase des Wiedereinstiegs

Ein Sabbatical im ärztlichen Bereich dauert typischerweise drei bis zwölf Monate. Es dient der Erholung, der persönlichen Weiterentwicklung oder der Familienpflege. Für den anschließenden Wiedereinstieg empfehlen Karriereberater, das Sabbatical aktiv für Fortbildungen zu nutzen, etwa durch Online-Kurse, Hospitationen oder internationale Erfahrungen. Wer nach zwölf Monaten Pause in seinen alten Bereich zurückkehren möchte, sollte zumindest eine Auffrischungsveranstaltung belegt haben.

Die finanzielle Seite des Sabbaticals ist komplex: Wer angestellt ist, kann über Wertguthabenmodelle oder Jahresarbeitszeit-Konten ein Sabbatical bezahlt nehmen. Wer selbständig ist oder keinen solchen Anspruch hat, muss die gesamte Auszeit aus Ersparnissen finanzieren. Für sechs Monate ohne Einnahmen bei einem üblichen Arztgehalt von 80.000 bis 100.000 Euro netto jährlich bedeutet das eine Rücklage von mindestens 40.000 bis 50.000 Euro.

Worauf Wiedereinsteiger nach einem Sabbatical besonders achten sollten

Der Wiedereinstieg nach einem Sabbatical folgt denselben Regeln wie nach jeder anderen Berufspause, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Das Sabbatical ist in der Regel freiwillig und geplant, sodass die Vorbereitung des Wiedereinstiegs schon vor der Auszeit beginnen kann. Ärzteversichert empfiehlt, bereits vor dem Sabbatical einen Beratungstermin zu vereinbaren, um alle Versicherungen korrekt ruhend zu stellen und die Wiederaktivierung terminlich vorzuplanen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Kündigen von Versicherungen, um Beiträge zu sparen, was nach der Rückkehr zu neuen Gesundheitsprüfungen mit möglicherweise höheren Prämien führt. Ein weiterer Fehler ist das Unterschätzen der Bürokratie beim Wiedereinstieg: Kammer-Meldungen, Fortbildungsnachweise und Zulassungsanträge brauchen Zeit, weshalb der Wiedereinstieg mindestens zwei Monate im Voraus geplant werden sollte.

Fazit

Ein gut geplantes Sabbatical mit klarem Rückkehrkonzept ist ein starkes Karriereinstrument für Ärztinnen und Ärzte, das langfristig die Arbeitszufriedenheit und Qualität erhöht. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →