Als Oberarzt steigen Gehalt und Nebeneinkünfte, gleichzeitig wächst die Komplexität der Steuererklärung. Wer die richtigen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen geltend macht, kann die Steuerlast erheblich reduzieren. Ein erfahrener Steuerberater für Mediziner ist in dieser Phase meist sein Geld wert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Werbungskosten als Oberarzt umfassen Fachliteratur, Fortbildungen, Fahrtkosten und Arbeitsmittel
  • Versorgungswerksbeiträge und Rürup-Rente als Sonderausgaben maximal ausschöpfen
  • Kapitalerträge korrekt in der Anlage KAP angeben

Steuererklärung in der Phase Oberarzt

Als Oberarzt mit einem Bruttogehalt von 90.000 bis 130.000 Euro und ggf. Nebeneinkünften aus Gutachten, Vorträgen oder Investments liegt der Grenzsteuersatz bei 42 bis 45 Prozent. Jeder abzugsfähige Euro reduziert die Steuerlast um 42 bis 45 Cent. Das macht eine sorgfältige Steuererklärung besonders wertvoll.

Werbungskosten als Oberarzt umfassen alle beruflich veranlassten Ausgaben: Fahrtkosten zum Arbeitsplatz (0,30 Euro pro Kilometer), Dienstreisen, Übernachtungskosten, Fachliteratur und Fachzeitschriften, Fortbildungskosten sowie anteiliger Homeoffice-Aufwand. Auch Mitgliedsbeiträge in Berufsverbänden und Gewerkschaften sind absetzbar. Die Pauschale für Arbeitnehmer beträgt 1.230 Euro jährlich, wird aber schnell durch tatsächliche Kosten übertroffen.

Sonderausgaben sind für Oberärzte besonders relevant: Versorgungswerksbeiträge, Rürup-Rentenbeiträge (bis 27.566 Euro), Kirchensteuer, Spenden und Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung sind vollständig oder zu hohen Anteilen absetzbar. Wer als Oberarzt beispielsweise 12.000 Euro in die Rürup-Rente einzahlt, spart bei 42 Prozent Grenzsteuersatz 5.040 Euro Einkommensteuer.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Oberärzte mit Nebeneinkünften aus Gutachten oder Vortragshonoraren müssen diese als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit angeben und die entsprechenden Betriebsausgaben abziehen. Ärzteversichert empfiehlt, die Absetzbarkeit von Versicherungsbeiträgen, insbesondere BU und Risikoleben, regelmäßig mit dem Steuerberater zu prüfen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind das Nicht-Ausschöpfen des Sonderausgabenrahmens für Altersvorsorge, das Vergessen von Fortbildungskosten als Werbungskosten und die fehlerhafte Erfassung von Nebeneinkünften.

Fazit

Eine gründliche Steuererklärung als Oberarzt lohnt sich und kann bei vollständiger Ausschöpfung mehrere tausend Euro jährlich sparen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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