Ein Testament als Assistenzarzt scheint frühzeitig, ist aber sinnvoller als viele denken. Wer eine Partnerschaft führt, Schulden hat oder bestimmte Vorstellungen über die Verteilung seines Nachlasses hat, sollte die eigenen Wünsche frühzeitig festlegen. Die gesetzliche Erbfolge entspricht nicht immer dem, was man sich vorstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gesetzliche Erbfolge bevorzugt Eltern und Geschwister, nicht den nichtehelichen Partner
  • Handschriftliches Testament ist formwirksam und kostenlos
  • Bei Partnerschaft ohne Trauschein ist Testament besonders wichtig

Testament in der Phase Assistenzarzt

Als Assistenzarzt besitzen Sie typischerweise wenig Vermögen, aber auch das muss im Todesfall klar geregelt sein. Besonders relevant ist das Testament, wenn Sie in einer Partnerschaft leben, ohne verheiratet zu sein. Der nichteheliche Partner hat nach gesetzlicher Erbfolge keinerlei Erbansprüche: Im Todesfall des Assistenzarztes erben die Eltern oder Geschwister, nicht der Lebenspartner.

Ein handschriftliches Testament ist formgültig, wenn es vollständig handgeschrieben und mit Vor- und Nachname sowie Datum unterschrieben ist. Es muss nicht notariell beurkundet werden, aber ein Notar kann die Rechtsgültigkeit sichern und das Testament beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer hinterlegen. Die Hinterlegungsgebühr liegt bei einmalig ca. 18 Euro, die Notargebühren abhängig vom Nachlasswert.

Inhaltlich sollte ein Testament als Assistenzarzt mindestens die Erbeinsetzung des Partners oder der gewünschten Person enthalten sowie eine Regelung für etwaige Schulden (BAföG-Restschuld, Studienkredite). Sinnvoll ist auch die Ernennung eines Testamentsvollstreckers, wenn der Nachlass komplexer ist, sowie Bestimmungen zur Bestattung.

Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten

Assistenzärzte in einer nicht-ehelichen Partnerschaft sollten dringend ein Testament erstellen. Ärzteversichert empfiehlt zudem, parallel dazu eine Risikolebensversicherung zugunsten des Partners abzuschließen, die auch Schulden abdeckt und den Partner finanziell absichert.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Typische Fehler sind das Fehlen eines Testaments bei bestehender Partnerschaft und das Ignorieren der gesetzlichen Erbfolge, die den Partner unberücksichtigt lässt.

Fazit

Ein Testament als Assistenzarzt ist ein einfacher Schritt mit großer Wirkung für die Absicherung des Partners. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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