Als Assistenzarzt beginnt das Berufsleben mit intensivem klinischen Einsatz. Eine private Unfallversicherung ergänzt den gesetzlichen Berufsunfallschutz und sichert das Privatleben ab, das vom Arbeitgeberversicherungsschutz nicht abgedeckt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Unfallversicherung (BGW) deckt Arbeitsunfälle und Wegeunfälle, nicht jedoch Freizeitunfälle.
- Eine private Unfallversicherung mit 200.000 Euro Invaliditätssumme und 225 Prozent Progression kostet für einen 28-jährigen Assistenzarzt etwa 120 bis 180 Euro jährlich.
- Assistenzärzte mit körperlich beanspruchenden Hobbys (Sport, Motorrad) profitieren besonders von einem umfassenden Unfallschutz.
Unfallversicherung in der Phase Assistenzarzt
Assistenzärzte sind durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) bei Arbeitsunfällen versichert. Dieser Schutz deckt Unfälle während der Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit und zurück sowie Berufskrankheiten ab. Was er nicht abdeckt: Unfälle in der Freizeit, beim Sport, beim Heimwerken oder im Urlaub.
Eine private Unfallversicherung schließt diese Lücke. Für Assistenzärzte empfiehlt sich eine Invaliditätssumme von 200.000 bis 500.000 Euro, kombiniert mit einer Progression von 225 bis 350 Prozent: Bei 50 Prozent Invalidität und 300 Prozent Progression ergeben sich 150 Prozent von 300.000 Euro, also 450.000 Euro Auszahlung. Dieser Betrag würde helfen, die fehlende Arbeitskraft durch eingekaufte Hilfe, Umbaumaßnahmen und Lebensunterhalt zu finanzieren.
Ergänzend bieten manche Tarife Tagegeldleistungen bei Arbeitsunfähigkeit durch Unfall und Unfallkostenersatz (Bergungskosten, plastische Operationen) an. Diese Bausteine sind sinnvoll, wenn kein ausreichendes Krankentagegeld besteht.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte sollten prüfen, ob noch eine elterliche Unfallversicherung als Mitversicherung besteht oder ob diese mit dem Berufseinstieg erloschen ist. Ärzteversichert empfiehlt, bestehende Verträge auf ausreichende Deckungshöhe und relevante Ausschlüsse zu prüfen, da ältere Tarife oft Ausschlüsse für bestimmte Sportarten oder berufliche Risiken enthalten.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Verwechseln von Berufsunfähigkeitsversicherung und Unfallversicherung: Beide decken unterschiedliche Risiken ab, ergänzen sich aber. Die BU zahlt bei dauerhafter Erwerbsminderung aus vielen Ursachen, die Unfallversicherung zahlt spezifisch bei Unfallfolgen, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit. Ein zweiter Fehler ist eine zu niedrige Progressionskurve, die den finanziellen Vorteil der Versicherung bei schweren Unfällen begrenzt.
Fazit
Eine private Unfallversicherung ist für Assistenzärzte ein günstiger und wichtiger Schutz. Wer früh abschließt, sichert sich günstige Konditionen für Jahrzehnte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Private Unfallversicherung
- BaFin – Unfallversicherungsprodukte
- Bundesärztekammer – Weiterbildung und Assistenzarzt
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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