Ein Chefarzt, der durch einen Unfall dauerhaft erwerbsgemindert wird, erleidet nicht nur einen medizinischen Rückschlag, sondern auch einen erheblichen finanziellen Einbruch. Die private Unfallversicherung ergänzt den Schutz dort, wo die Berufsunfähigkeitsversicherung allein nicht ausreicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die private Unfallversicherung leistet bei dauerhafter Invalidität durch Unfall, unabhängig von der Arbeitsfähigkeit
- Chefärzte mit Einkommen ab 200.000 Euro brutto jährlich sollten Invaliditätssummen von mindestens 500.000 Euro absichern
- Eine Progression von 500 Prozent bedeutet: bei 100 Prozent Invalidität zahlt die Police das Fünffache der Grundsumme
Unfallversicherung in der Phase Chefarzt
Die private Unfallversicherung ist kein Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU), aber eine wichtige Ergänzung. Sie zahlt eine Einmalleistung, wenn ein Unfall zu einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung führt, unabhängig davon, ob man noch arbeiten kann oder nicht. Der Chefarzt, der nach einem Skiunfall dauerhaft zehn Prozent Invalidität im Kniebereich hat, erhält von der BU keine Leistung, von der Unfallversicherung aber einen Betrag nach dem Invaliditätsgrad.
Ein Chefarzt mit einer Grundsumme von 200.000 Euro und einer 500-Prozent-Progression erhält bei 100 Prozent Invalidität eine Leistung von 1.000.000 Euro. Bei 50 Prozent Invalidität wären es nach Progressionsformel rund 350.000 Euro. Die jährliche Prämie für diese Absicherung liegt bei einem 55-Jährigen etwa bei 800 bis 1.500 Euro, je nach Leistungsumfang und Gesundheitszustand.
Besondere Relevanz hat die Unfallversicherung für Chefärzte, die viel reisen oder aktiven Sport treiben. Berufliche Auslandsreisen zu Kongressen oder Kooperationskliniken sind in der Klinik-Unfallversicherung oft nur begrenzt abgedeckt. Eine eigene Police schließt diese Lücke.
Worauf Chefärzte besonders achten sollten
Die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft gilt nur für Berufsunfälle und ist für die privaten Risiken eines Chefarztes nicht ausreichend. Ärzteversichert analysiert für Chefärzte, ob die bestehenden Policen den aktuellen Lebens- und Einkommensverhältnissen entsprechen und wo Anpassungsbedarf besteht.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist das Halten einer alten Police mit zu niedriger Grundsumme aus der Assistenzarztzeit. Was mit 30 Jahren ausreichend war, ist mit 55 Jahren und einem Jahreseinkommen von 300.000 Euro deutlich zu wenig.
Ebenfalls problematisch: das Fehlen einer Übergangsleistung im Vertrag. Diese zahlt bei vorübergehender Invalidität (länger als sechs Monate) und überbrückt die Zeit, bis die Dauerhaftigkeit der Einschränkung festgestellt wird.
Fazit
Die Unfallversicherung ist für Chefärzte ein sinnvoller Baustein im Versicherungsportfolio, der bei der richtigen Ausgestaltung eine erhebliche Einmalleistung im Ernstfall bietet. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Private Unfallversicherung im Überblick
- BaFin – Verbraucherinformationen zur Unfallversicherung
- Bundesministerium für Gesundheit – Gesetzliche Unfallversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →