Oberärzte verdienen gut und tragen erhebliche Verantwortung. Ein schwerer Unfall, der dauerhaft zu körperlichen Einschränkungen führt, kann die Ausübung des ärztlichen Berufs gefährden. Die private Unfallversicherung ergänzt in diesem Fall die BU-Versicherung und leistet bei bleibenden Invaliditäten auch dann, wenn die BU-Schwelle nicht erreicht wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft deckt ausschließlich Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, nicht aber private Unfälle, die statistisch häufiger sind.
  • Für Oberärzte empfiehlt sich eine Invaliditätsgrundsumme von mindestens 300.000 bis 500.000 Euro, um im Invaliditätsfall den Lebensstandard zu sichern.
  • Wichtige Vertragsmerkmale sind progressive Invaliditätsstaffelung, Gliedertaxe für Ärzte und Todesfallleistung zugunsten der Familie.

Unfallversicherung in der Phase Oberarzt

Als Oberarzt mit einem Jahresgehalt von 90.000 bis 120.000 Euro brutto hat ein dauerhafter Unfall mit Invalidität weitreichende finanzielle Konsequenzen. Die private Unfallversicherung leistet eine einmalige Kapitalzahlung oder laufende Rente, wenn durch einen Unfall dauerhaft eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung entsteht.

Für Ärzte sind besonders Invaliditäten an Händen und Fingern relevant: Eine Invalidität, die das feinmotorische Operieren unmöglich macht, kann zur Berufsunfähigkeit als operierender Oberarzt führen, auch wenn man formal noch arbeitsfähig ist. Die Gliedertaxe des Vertrags bestimmt, welcher Prozentsatz der Invaliditätssumme bei welcher Verletzung gezahlt wird. Chirurgische Fachrichtungen sollten besonders auf eine arztgerechte Gliedertaxe achten, die Hände und Finger höher bewertet als Standardtarife.

Die Invaliditätsgrundsumme sollte so gewählt sein, dass im Worst Case (100-prozentige Invalidität) die verbleibende Rentenanwartschaft aus dem Versorgungswerk ergänzt wird. Für Oberärzte mit laufenden Immobilienkrediten oder Familienverpflichtungen sind 400.000 bis 600.000 Euro Grundsumme oft sinnvoll.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Die Berufsgenossenschaft deckt nur dienstliche Unfälle. Freizeit, Sport und Hobbys sind nicht versichert. Ärzteversichert empfiehlt einen Vergleich der Gliedertaxen und Invaliditätsbedingungen verschiedener Anbieter, da die Unterschiede erheblich sind und direkte Auswirkungen auf die Leistungshöhe haben.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist die zu niedrige Grundsumme: Viele Ärzte wählen 100.000 Euro, was bei einer schweren Invalidität kaum ausreicht. Ein zweiter Fehler ist das Fehlen einer Progression: Ohne progressive Staffelung erhält man bei 100-prozentiger Invalidität nur die Grundsumme, mit 500-Prozent-Progression wären es das 5-Fache.

Fazit

Die Unfallversicherung schließt als Ergänzung zur BU-Versicherung eine wichtige Lücke für Oberärzte. Eine angemessene Grundsumme und arztgerechte Gliedertaxe sind entscheidend. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →